Eine Sache der ganzen Familie
Der ehemalige evangelische Pastor Peter Moskopf, verheiratet, drei Kinder, wird Priester

Hamburg/Wismar – Es ist gut fünf Jahre her, als der Büchener Pastor Peter Moskopf um einen Termin beim Erzbischof von Hamburg bat. Sein Anliegen war außergewöhnlich. Pastor Moskopf erklärte seinen Wunsch, katholischer Priester zu werden. Am Ende dieses Gesprächs waren Erzbischof Ludwig und der Pastor sich einig: „Wir hatten einen guten Weg gefunden und eingeschlagen“, erinnert sich Peter Moskopf. Dieser Weg geht am 29. Mai zu Ende. Nach vier Jahren Studium, Gemeindearbeit in Wismar und Priesterseminar wird er zum Priester geweiht. An dieser Feier werden selbstverständlich auch seine Frau Gisela, seine Söhne Florian und Ferdinand und seine Tochter Astrid teilnehmen. Peter Moskopf wird nach der Weihe verheirateter katholischer Priester sein. Möglich ist so etwas durch eine päpstliche Dispens, die von der Verpflichtung zur Ehelosigkeit entbindet. Peter Moskopf stellt klar: „Ich bin gar kein Gegner des Zölibats. Die Ehelosigkeit von Priestern hat ihren guten Sinn. Übrigens sollten auch Nicht-Priester, die völlig von ihrem Beruf in Anspruch genommen werden, überlegen, ob dieser Beruf nicht eigentlich Ehelosigkeit erfordert.“
Peter Moskopfs Weg als Geistlicher begann mit einem ersten Berufswechsel: als sich der Krankenpfleger am Hamburger Universitätskrankenhaus entschloss, Theologie zu studieren. Seine Abschlussarbeit bei Prof. Otto Hermann Pesch beschäftigte sich mit dem Verhältnis des größten evangelischen zum größten katholischen Theologen: Mit Luther und Thomas von Aquin.
Nach dem Vikariat in Niebüll war Moskopf acht Jahre lang Pastor in Büchen. Der Abschied im Jahr 2000 tat allen weh, berichtet Moskpf: Der Gemeinde ebenso wie der Pastorenfamilie. Trotzdem hat der Theologe diesen Abschied nicht als Abkehr verstanden; „sondern eher als Erweiterung des bisherigen.“ Die Weite des gesamtchristlichen Lebens hat er schon vorher betont und gelebt. „Den Rosenkranz haben wir immer schon gebetet. Und Beichte und Eucharistie sind durchaus auch lutherische Anliegen.“ Auch das ökumenische Gespräch brachte regelmäßig neue Impulse. Den Ausschlag für die Konversion aber gaben theologische Überlegungen. „Das Verständnis von Kirche war für mich dabei entscheidend“, so Peter Moskopf. „Eigentlich bietet die katholische Kirche mehr Freiheit als die evangelische. Die theologische Bandbreite und Vielfalt ist größer. Diese Kirche vereinigt auch große Gegensätze unter einem Dach.“ Solche Gedanken wurden bei den Moskopfs am Abendbrottisch diskutiert. „Die Entscheidung war nicht meine Entscheidung, sondern die der ganzen Familie.“ Es war auch die ganze Familie, die im Frühjahr 2000 in das Erzbistum Hamburg aufgenommen und zu Pfingsten gefirmt wurde. Dann zogen die Büchener nach Wismar. Die nächsten zwei Jahre musste sich Peter Moskopf zweiteilen. Die Hälfte seiner Zeit studierte er in Erfurt katholische Theologie, die andere Hälfte arbeitete er in der Seelsorge der St.-Laurentius-Gemeinde mit. „Zuerst gab es in der Gemeinde natürlich eine kurze Abtastphase. Aber ich wurde schnell bekannt, nicht zuletzt durch den Religionsunterricht.“ Mit acht Jahren Gemeindeleitungs-Erfahrung war der „Neue“ schließlich kein Anfänger. „Ich habe das Leben im Pfarrhaus von St. Laurentius genossen, es war ein ganz anderes Pfarrhaus als das familiär bestimmte, das ich gewohnt war.“
Am 27. März wird Peter Moskopf zum Diakon geweiht, nach der Priesterweihe werde er eine Pfarrstelle antreten – „irgendwo zwischen Flensburg und Rostock. Darauf freue ich mich schon sehr.“
Jedem, der die Lebensgeschichte der Familie Moskopf mit Staunen anhört, erzählt der Pastor noch ein besonderes Bonmot: „Das Jahr 2004 wird für mich ganz außerordentlich. Ich feiere meinen 50. Geburtstag, mit meiner Frau die silberne Hochzeit, werde zum Diakon und zum Priester geweiht. Die Priesterweihe ist natürlich das Herausragende.“

Andreas Hüser

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