18.03.2022

„Leben teilen“ in Stuttgart

Nach vier Jahren Wartezeit und einem digitalen Ökumenischen Kirchentag ist es endlich wieder so weit: Am 25. Mai startet der 102. Katholikentag in Stuttgart, und das sogar in Realpräsenz. Das Erzbistum Hamburg ist auch dabei. 

Schlossplatz in Stuttgart

Stuttgart gilt nicht als Touristenmagnet – aber viele interessante grüne Orte wie der Schlossplatz versprechen wunderbare (Katholiken-) Tage. Foto: Katholikentag/Werner Dieterich

„Leben teilen“ – das Leitwort des Katholikentags knüpft an den hl. Martin von Tour an, der Patron der gastgebenden Diözese Rottenburg-Stuttgart ist. Im Teilen mit den Armen begegnete er Christus und in diesem Jahr soll Teilen als christliche Grundhaltung ganz besonders im Fokus stehen. „Der Katholikentag stellt sich gesellschaftlich wichtigen Themen, da passt Leben teilen“, sagt der Theologe Claus Everdiking, Beauftragter für Großveranstaltungen im Erzbistum Hamburg und Mitglied des Arbeitskreises für die Zentralen Veranstaltungen beim Katholikentag. „Als Christinnen und Christen müssen wir gucken, wo es uns gelingt, Leben zu teilen und zu gestalten, und dabei kann der Katholikentag als Standortbestimmung und zur Entdeckung zukunftsweisender Themen dienen“, fügt er hinzu. 

Pastorale Spezialitäten auf einer Litfaßsäule

Wo Leben schon heute geteilt und gestaltet wird, präsentiert das Erzbistum im gemeinsamen Zelt der Nordbistümer Hamburg, Hildesheim, Osnabrück und Münster auf der Kirchenmeile. Ausgewählte pastorale und soziale Projekte werden auf einer Litfaßsäule zu sehen sein, unter anderem das Post-Café in Kiel, das Jugendhaus St. Benedikt beim Kloster Nütschau, die 2019 gegründete „Beratung für queeres Familienleben“ von der Caritas und ebenfalls von der Caritas die Ukraine-Hilfe. Die Auswahl orientiert sich dabei neben dem Leitwort an den Grundbegriffen für den Prozess der Erneuerung und Entwicklung des katholischen Lebens im Erzbistum Hamburg: gottnah, berufen, menschennah, aufsuchend, vernetzend, weltkirchlich, solidarisch, aufbrechend. Diese Begriffe werden auf Ansteckern verteilt, um Nachdenken und Austausch, um „Leben teilen“ anzuregen.     

Auch an weiteren Veranstaltungsorten in Stuttgart kann man auf „Nordlichter“ treffen. Der Hamburger Theologe Dr. Thomas Kroll zeigt als Filmexperte in vier Veranstaltungen, wie mit Filmen in der Pastoral gearbeitet werden kann. Er beginnt am Donnerstag um 22 Uhr mit einem Filmgottesdienst zum Film „Corpus Christi“ von Jan Komasa, erläutert am Freitag um 14 Uhr Chancen und Nebenwirkungen der Filmpastoral und bietet um 16.30 Uhr eine Werkstatt zu Film-Gottesdiensten an. Mit der Vorführung des Films „Licht zwischen den Wolken“ um 11 Uhr und einem anschließenden Gespräch enden seine Angebote am Samstag.

Vor Einladungen kaum retten konnte sich in diesem Jahr Jens Ehebrecht-Zumsande, Leiter des Grundlagenreferats Kirche in Beziehung im Erzbistum, und ist ebenfalls mit vier Veranstaltungen vor Ort. Am Freitag um 14 Uhr findet mit „Somewhere under the rainbow?!“ ein queerer Gottesdienst statt und um 16.30 Uhr eine Werkstatt zu „#OutInChurch – Für eine Kirche ohne Angst“. Am Samstag um 11 Uhr wird er als Mitinitiator von #OutInChurch bei der Podiumsdiskussion „Kirche kann bunt“ interviewt, an der unter anderem auch der Aachener Bischof Dr. Helmut Dieser teilnimmt. Die Diskussion wird live übertragen und per Web und App können auch digital Fragen gestellt werden. Beim Fest am Samstag steht er dann als Moderator auf der Bühne „Orange“. Ebenfalls beim Fest am Samstag ist Claus Everdiking als Moderator auf der Bühne „Lila“ und spendet zusammen mit Schwester Gudrun Steiß, Leiterin der Pastoralen Dienststelle, den Abendsegen.

Auch Weihbischof Horst Eberlein wird nach Stuttgart reisen, am Katholikentag teilnehmen und von Zeit zu Zeit am Stand des Erzistums Hamburg zu finden sein. 

Die Eröffnung des 102. Katholikentages in Stuttgart ist am Mittwoch, 25. Mai, um 18 Uhr mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der Abschlussgottesdienst am Sonntag, 29. Mai, um 10 Uhr. Um eine sichere Veranstaltung zu ermöglichen, wurde im Einklang mit den geltenden Corona-Regeln ein Hygienekonzept entwickelt, das laufend an die aktuelle Situation angepasst wird. Infos unter: www.katholikentag.de

Text: Victoria-Luise von Langenn-Steinkeller