24.04.2019

„Wir achten aufeinander“

Per pedes durch die Natur und dabei gute Gespräche führen: Seit Januar 2006 gibt es eine ökumenische Wandergruppe in Neugraben. Wer mitlaufen möchte, ist eingeladen. Eine Kirchenzugehörigkeit ist keine Voraussetzung.

Per pedes durch die Natur und dabei gute Gespräche führen: Seit Januar 2006 gibt es eine ökumenische Wandergruppe in Neugraben. Wer mitlaufen möchte, ist eingeladen. Eine Kirchenzugehörigkeit ist keine Voraussetzung.
Große Pötte hatten nicht nur Ute Körner (li.) und Regine Zdrzewielski bei der Wanderung fast immer im Blick.  Foto: Karin Istel

Sonntagmorgen, kurz nach 8 Uhr. Der Himmel ist grau, es regnet. Trotzdem haben sich 16 Mitglieder der ökumenischen Wandergruppe der Gemeinde Heilig Kreuz an der S-Bahn-Station Neugraben versammelt. Der Ausflug nach Cuxhaven startet gleich. 14 Wanderkilometer entlang der Nordseeküste stehen auf dem Programm.

Im Zug nutzen einige Ausflügler die Gelegenheit für ein schnelles Frühstück oder unterhalten sich. Christian Kuhnigk, Leiter der ökumenischen Wandergruppe, gibt nochmals einen kurzen Überblick über die Strecke vom Bahnhof Cuxhaven nach Sahlenburg. „Übrigens: Bis 14 Uhr soll sich das Wetter halten“, versichert er mit einem Blick aus dem Fenster in den grauen, aber jetzt regenfreien Himmel. Er arbeitete die Tour mit allen Sehenswürdigkeiten aus und leitet sie auch. Er soll recht behalten: Erst gegen 13.30 Uhr beginnt es leicht zu nieseln. Von getrübter Stimmung ist nach dem Aussteigen im Bahnhof keine Spur: Es wird gelacht und gescherzt. Die Wanderer starten im gemäßigten Tempo. Bei jedem Abbiegen wird geschaut, ob auch alle mitkommen. „Das ist das christliche Element“, schmunzelt Regine Zdrzewielski. „Wir achten aufeinander.“ Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern der Wandergruppe, genau wie Monika Laube. „Im Dezember 2005 hatten wir die Idee. Im Januar 2006 ging’s dann los mit den Wanderungen“, erinnert sich Regine Zdrzewielski.

In der katholischen Pfarrei Heilig Kreuz Neugraben gegründet, erfuhr die Gruppe bald regen Zulauf. „Ich musste nur sagen: Ich wandere mit unserer Kirchengruppe. Schon kam die Frage: Kann ich da mit?“, blickt Regine Zdrzewielski zurück. Heute wandern nicht nur evangelische oder katholische Christen aus vier Kirchengemeinden des Süderelberaumes, sondern es kommen auch Menschen mit, die keiner Kirchengemeinde angehören. „Mit uns kann jeder mitgehen“, lädt Kuhnigk ein. „Bei unserer Tour vor zwei Jahren hatten wir auch einmal einen geflüchteten Syrer dabei. Doch leider kam er nicht nochmals mit.“

Keine Eile bei Wanderungen

Das Tempo der Wanderungen ist gemäßigt. „Mal geht man mit dem, mal mit jenem. Man hat Zeit, gute Gespräche zu führen“, so Wanderleiter Kuhnigk. Dazu trägt auch bei, dass immer unterschiedliche Personen mitwandern. „Der Teilnehmerkreis wechselt, doch es gibt einen harten Kern von acht Leuten“, so Winfried Wöhlke.

Am Sonntag, 5. Mai startet die nächste Radtour. Dann geht es zur Obstblüte ins Alte Land. Wer mitradeln möchte, sollte sich per E-Mail anmelden: christian.kuhnigk@gmx.de. Am 16. Juni folgt eine Abendwanderung durch die Fischbeker Heide.

Text u. Foto: Karin Istel