21.08.2019

… wenn nötig auch mit Worten

Wie kann man Menschen heute zum christlichen Glauben bringen? Diese Frage stellt sich Jesuitenpater Christian Modemann. Er ist als Nachfolger von Pater Mehring Leiter der katholischen Glaubensinformation in Hamburg. 

Jesuitenpater Christian Modemann neuer Leiter der Katholischen Glaubensinformation Hamburg
Er hält die Tür offen für alle, die sich für den christlichen Glauben und die katholische Kirche interessieren. Jesuitenpater Christian Modemann. Foto: Marco Heinen

Physik und Religion – diese Kombination haben nicht viele Lehrer. Christian Modemann war auf dem Aloisiuskolleg in Bonn nicht nur Physik- und Religionslehrer. Er hat noch weitere Kombinationen anzubieten. Mit 33 Jahren ist er in den Jesuitenorden eingetreten. Als Lehrer und Seelsorger hat der gebürtige Aachener in Argentinien und Mexiko gelebt. Sein neuer Wohnort ist Hamburg. Dort wird er seine Erfahrungen aus verschiedenen Ländern, Kirchenmodellen und Wissenschaften gut gebrauchen können. Denn er ist der neue Leiter der Katholischen Glaubensinformation. Pater Modemanns Aufgabe ist, Erwachsene auf dem Weg zum christlichen Glauben zu begleiten. Der Zeitpunkt ist günstig: „Wir leben ja in einem entscheidenden Moment der Kirche“, sagt der Jesuit.

Eine offene Tür für jeden, der hinein will

Zum Grundprogramm der Glaubensinformation gehören Einführungskurse in den katholischen Glauben, Vorbereitung für erwachsene Firmlinge, Begleitung von Christen anderer Kirchen, die katholisch werden wollen und für Getaufte, die aus der Kirche ausgetreten sind und wieder eintreten wollen. 

„Die Gründe dafür sind verschieden. Oft sind es katholische Partner, die das Interesse für den Glauben wecken. Oder es ist eine besondere Lebenssituation, zum Beispiel durch Krankheit oder Tod eines nahestehenden Menschen.“ Man sieht: Hier geht es um mehr als Information, es geht um die Begleitung von Lebenswegen. Genau das hat Chris­tian Modemann nach vielen Jahren am „Katheder“ gereizt: „Ich wollte gern in einem pastoralen Einsatzfeld arbeiten“, sagt er. Und die Hamburger Aufgabe bietet ihm viele Möglichkeiten. „Ich bin sofort herzlichen aufgenommen worden. Und überall, wo ich hinkam, gab es großes Interesse an dieser Arbeit – und viele Wünsche und Ideen, was man noch alles machen könnte.“ 

Sein Arbeitsplatz bietet dafür gute Bedingungen. Die katholische Glaubensinformation liegt nicht nur Tür an Tür mit der Gemeinschaft der Jesuiten in Hamburg, sondern auch mit dem Kleinen Michel. „Das ist ideal. Beim Glauben hängt viel davon ab, dass ich eine Gemeinschaft erlebe. Und hier gibt es die Gemeinde, man hat sofort Kontakt mit praktizierenden Christen, ganz unterschiedlichen Menschen aus vielen Ländern.“ Was ebenfalls genau passt: Im Kleinen Michel gibt es die „Manresa“-Messe, einen Gottesdienst am Sonntag­abend, zugeschnitten auf spirituell interessierte Erwachsene.

Viel hängt davon ab, eine Gemeinschaft zu erleben

Das Angebot will der Theologe ausbauen und dabei auch neue Kontakte und Verbindungen nutzen. Zur katholischen Akademie im gleichen Haus, zu den Gemeinden und zu Christen, die Lust an einer Zusammenarbeit in der Glaubensweitergabe haben. „Die Frage ist ja: Wie kann Mission gehen, ohne dass man gleich als Missionar an der Tür klingelt?“

Vor dem Wort Mission allerdings hat Christian Modemann keine Angst. „Für mich ist der Glaube an Christus ein Geschenk, dass ich nicht nur auspacke und mich daran erfreue, sondern auch teilen möchte“, sagt er. Vom eigenen Glauben sprechen, ihn mitteilen, das ist eine große Aufgabe. Und wie man das wirksam macht, darüber gibt es schon gute Vorschläge. Pater Modemann zitiert den heiligen Franziskus: „Predige das Wort zu jeder Zeit, und wenn nötig, mit Worten.“

Text: Andreas Hüser

Der nächste Grundkurs des Glaubens (sieben Samstage von 11 bis 12.30 Uhr) beginnt am 7. September. Er endet am 26. Oktober. Anmeldung und Kontakt: Katholische Glaubensinformation, Michaelisstraße 5 , 20459 Hamburg, Tel. 040 / 44 14 09-110, E-Mail: info@kgi-hh.de, Internet: www.kgi-hh.de, www.katholisch-werden.de