23.08.2019

Podcast für Messdiener

Spaß, Wissen und Tipps

Der Begriff Schall weist aufs Gehör, bei Weihrauch geht es vermutlich um etwas Kirchliches. Ja, man kann zumindest erahnen, was hinter dem Namen „Schall und Weihrauch“ steckt: Podcasts rund um die Messdiener- und Jugendarbeit.

Foto: Ludger Heuer
Besuch im Profi-Studio: Redakteur Hendrik Heckmann und Moderatorin Anja Muhle.
Foto: Ludger Heuer


Pauline Jung aus Würzburg ist die Spiele-Fee. Am Ende jeder Podcast-Folge von „Schall und Weihrauch“ präsentiert sie beim Spiel des Monats ein Gruppenspiel. Ob der Kampf um ein Kissen beim Sau-Rangeln oder das Nachahmen eines Moorhuhns in großer Runde: Die Spiele machen Spaß und lockern jede Gruppenstunde auf. Der Service ist gerade für Jugendliche hilfreich, die in ihrer Gemeinde in der Messdiener- oder Jugendarbeit aktiv sind oder Zeltlager organisieren.

„Wir wollen den Messdienern einen Werkzeugkoffer geben“, sagt Hendrik Heckmann. „Sie sollen bei uns alles finden, was sie für ihren Dienst oder die Gruppenstunden brauchen: Infos zu den Kirchenfesten, zu verschiedenen Traditionen und Bräuchen, aber auch Spielideen.“

Der 27-Jährige ist Redaktionsmitglied bei „Schall und Weihrauch“. Jeden zweiten Sonntag im Monat geht eine neue rund 40-minütige Sendung online. Sechs Redakteure und zwei Moderatoren arbeiten daran ehrenamtlich mit. Sie stammen aus dem Bistum Würzburg, dem Erzbistum Bamberg und dem Offizialatsbezirk Oldenburg, sind alle Messdiener gewesen oder in der Jugendarbeit aktiv. Sie wissen also aus erster Hand, was eine gute Jugendarbeit ausmacht, und können Tipps und Anregungen geben.

Spaß haben und über den Tellerrand schauen

Mittlerweile sind vier Folgen des Podcasts produziert. Die Moderatoren Anja Muhle aus dem niedersächsischen Visbek und Benni Ziegler aus Würzburg tauschen sich über das Osterfest und über Pfingsten aus. Sie erklären die Hintergründe, sprechen über Symbole wie die Taube oder das Feuer. Sie erzählen, wie sie diese Feste in ihren Gemeinden erleben: den Kreuzweg an Karfreitag, die Osternacht mit anschließendem Empfang im Pfarrhaus oder die Osterfeuer. 

Sie versuchen, in den Sendungen aktuelle Themen aufzugreifen, zum Beispiel die 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend. Muhle unterhält sich dazu mit der 17-jährigen Hannah, die mit anderen Jugendlichen eine Typisierungsaktion für Knochenmarkspender organisiert hat. „Wir wollen Wissen vermitteln, Spaß haben, Tipps geben und über den Tellerrand schauen“, sagt Muhle.

Der Blick über den Tellerrand – das funktioniert überregional und auch international. Gleich in der ersten Folge stellt Benni Zieg-ler die sogenannten Karfreitagsratschen vor, die in Süddeutschland an Karfreitag die Schellen im Gottesdienst ersetzen. Außerdem werfen die Moderatoren einen Blick nach Polen und erklären den Brauch des „nassen Montags“ am Ostermontag. Dann darf man sich gegenseitig zu jeder Zeit mit Wasser nass spritzen. Der Legende nach geht die Tradition auf den polnischen König Mieszko I. zurück, der sich am Ostermontag 966 taufen ließ und Polen zum Katholizismus brachte.

Muhle, die bereits Erfahrung als Moderatorin hat, und Ziegler, der in Würzburg Grundschullehramt studiert, führen gelassen durch die Sendung. „Wir haben beide keine Angst zu reden“, sagt die 30-Jährige und lacht. „Wir bereiten uns vor und überlegen uns eine Einstiegsfrage. Dann kommen wir ganz schnell ins Plaudern.“ Das Redaktionsteam hat vorher Informationen zu den geplanten Themen recherchiert und einen Moderationsplan geschrieben. „Daran können wir uns gut orientieren“, sagt Muhle.

Zeigen, wie toll es ist, Messdiener zu sein

Die Sendung wird in Visbek und Würzburg gleichzeitig aufgenommen: Muhle und Ziegler sitzen in ihren Wohnungen vor ihren Computern, sehen sich per 
Videokonferenz und zeichnen jeweils ihre Moderation auf. Anschließend werden beide Aufnahmen zusammengeschnitten. An der Technik wollen sie in Zukunft noch feilen. Noch hört man nur ihre Stimmen, gerne würden sie mit mehr Geräuschen arbeiten. „Das würde den Podcast noch reizvoller machen“, sagt Muhle.

„Wir wollen mit dem Podcast zeigen, wie toll es ist, Messdiener zu sein“, sagt Tobias Fraas, Referent für Messdiener- und Messdienerinnenarbeit im Offizialat Oldenburg. Über den Podcast und die Verknüpfung auf soziale Medien könnten die Jugendlichen sehen: Wir sind viele. „Gerade für diejenigen, die in der Diaspora leben, wo es vielleicht nur eine Handvoll Messdiener in der Gemeinde gibt, ist es ein tolles Gefühl zu wissen, dass man nicht alleine ist“, sagt Fraas. 

Alle Folgen von „Schall und Weihrauch“ kann man auf www.schallundweihrauch.de, bei Spotify oder über ApplePodcasts anhören. Das Team freut sich über Reaktionen und Fragen rund um Liturgie und Messdienerarbeit auf Facebook und Instagram.

Kerstin Ostendorf