20.01.2021

Alle Gebäude stehen auf dem Prüfstand

Im Erzbistum Hamburg beginnt eine Immobilienreform. Ziel ist es, den Bestand kirchlicher Gebäude zu reduzieren, um dadurch Kosten zu senken. Die erste Frage dabei lautet: Welche Kirchen und Häuser sind für die Pastoral notwendig?  

Restaurierungsarbeiten am Turm des St. Marien-Doms in Hamburg
Die Instandhaltung von Kirchen, wie hier am St. Marien-Dom 2014, ist teuer. Die Immobilienreform reagiert darauf. Foto: Marco Heinen

Ein wesentlicher Aspekt der Reform ist die Verringerung des Immobilienbestandes in den Pfarreien und auf Bistumsebene. Dabei stehen alle rund 800 Gebäude auf dem Prüfstand. Ziel der Reform ist es nach Auskunft des Bistums, die Überschuldung des Erzbistums zu verringern und wieder finan­zielle Freiräume für die Seelsorge zu gewinnen. Außerdem wird es Veränderungen bei den finanziellen Zuweisungen für die Arbeit in den Pfarreien geben.

In der am Sonntag veröffentlichten Rahmenordnung heißt es: „Die Lebendigkeit unserer Kirche hängt von den Gläubigen und ihren Beziehungen ab. Strukturen, Institutionen, Finanzen und auch Gebäude sind für das kirchliche Leben stets Mittel zum Zweck. Die Vermögens- und Immobilien­reform geht die notwendigen Schritte, um Lasten und Kosten gerade im Immobilienbereich zu minimieren und die Zukunftsgestaltung zu ermöglichen.“

Bis Ende 2022 sollen Entscheidungen fallen

In einem Begleitschreiben an die Seelsorger im Erzbistum betont Erzbischof Stefan Heße: „Es wird für uns als Kirche in der Diaspora darum gehen, die beste Lösung zu entwickeln, Kooperationen in der Ökumene und Partnerschaften im gesellschaftlichen Umfeld zu gestalten. Dies wird auch einhergehen mit Trauer und Abschied von liebgewonnenen, vertrauten und zur Heimat gewordenen Gebäuden, die von unseren Vorfahren errichtet wurden. Sicher werden dabei auch neue Orte und Weisen gefunden werden, um gastfreundlich zu sein, sich miteinander zu treffen, Gottesdienst zu feiern und einander im Glauben zu stärken.“

Ab dem Sommer sollen alle rund 800 Immobilien der Pfarreien und des Bistums in Primär- und Sekundärimmobilien unterteilt werden. Dieser Entscheidungsprozess soll Ende 2022 abgeschlossen sein. Primärimmobilien sind demnach wichtig für die Arbeit der Pfarreien vor Ort und werden auch künftig finanziell berücksichtigt. Sekundärimmobilien sind nicht unbedingt notwendig. Sie sollen entwickelt, verpachtet oder verkauft werden.

Welche Kirche wird Sekundär- und welche Primärimmobilie? Um das zu klären, werden vorher die Kosten und die pastoralen Erfordernisse erkundet. „Die Entscheidung darüber wird in den Pfarreien getroffen“, sagt Generalvikar Ansgar Thim in einem Interview in dieser Zeitung.

Das Interview und weitere ausführliche Informationen dazu in der Neuen KirchenZeitung vom 24. Januar auf den Seiten 9 und 13.

Text: kpi/Andreas Hüser