13.06.2018

Katholiken aus dem gesamten Erzbistum pilgern am 23. Juni in die Hansestadt.

Auf vielen Wegen nach Lübeck

Mit Bussen und Bahnen, zu Fuß, mit Fahrrädern und in Kanus sind Katholiken aus dem gesamten Erzbistum Hamburg unterwegs nach Lübeck. Für die Bistumswallfahrt am 23. Juni liegen bereits 3200 Anmeldungen vor.

Wanderer auf dem Weg nach Lübeck
Wallfahrer auf dem Weg nach Lübeck.  Foto: Marco Heinen

Das Interesse an der Bistumswallfahrt am 23. Juni in Lübeck ist groß. Und das, obwohl die deutsche Fußballnationalmannschaft am vorletzten Sonnabend im Juni ihr erstes WM-Spiel gegen Schweden bestreitet. 2 500 Pilgerbeutel mit Pilgerheften liegen bereit. Die werden aber nicht ausreichen, denn bislang gibt es bereits 3200 Anmeldungen von Katholiken, die sich auf die Spuren der vier Lübecker Märtyrer begeben wollen. Johannes Prassek, Hermann Lange, Eduard Müller und Karl Friedrich Stellbrink waren vor 75 Jahren in Hamburg hingerichtet worden.

Pilgerhefte werden nachgedruckt

Jens Ehebrecht-Zumsande von der Pastoralen Dienststelle rechnet außerdem mit vielen Spontan-Wallfahrern, die sich (noch) nicht angemeldet haben. Ein Pilgerheft, in dem Texte, Gebete, Lieder für den Weg und ein Programm mit Stadtplan enthalten sind, soll es aber für jeden Teilnehmer der Wallfahrt geben. „Wir drucken jetzt noch Exemplare nach und legen sie am Info-Point auf der Parade aus“, verspricht Ehebrecht-Zumsande.

Die Pilger gelangen auf vielen Wegen in die Trave-Stadt. So stehen zum Beispiel 40 Gemeindebusse bereit. Acht Gruppen planen Bahn-Reisen. Außerdem sind Radfahrer unterwegs. Sie starten um 7.30 Uhr am St. Marien-Dom in Hamburg und legen einen Zwischenstopp mit Mittagsgebet und -essen im Kloster Nütschau ein. Pilger, die nach Lübeck laufen wollen und dabei auch Etappen des Schweigens nicht scheuen, treffen sich unter anderem um 9.15 Uhr am Bahnhof in Herrnburg (Nordwestmecklenburg). Ein zweitägiger Fußweg für geübte Pilger ab 16 Jahren beginnt bereits am 22. Juni um 5 Uhr am Kleinen Michel in Hamburg. Der Weg führt zunächst zum Kloster Nütschau und nach einer Übernachtung bis Lübeck.

Wem diese Strecke zu lang ist, kann sich auch für die 23-Kilometer-Etappe Nütschau-Lübeck (um 7 Uhr ab Klosterkirche) oder den 25 Kilometer langen Weg ab Ratzeburg (Start um 9.30 Uhr am Bahnhof) mit Halt am Ansveruskreuz entscheiden. Die Hansestadt Lübeck ist auch auf dem Wasserweg erreichbar. Jugendliche wollen paddeln, sie setzen die Kanus am 23. Juni um 10 Uhr an der Raststätte Trave unter der Autobahn 1 bei Reinfeld ins Wasser.

150 gedeckte Tische auf der Parade

„Es ist erfreulich, dass sich so viele Katholiken auf so verschiedene Wege machen“, findet Jens Ehebrecht-Zumsande. „Bei der Vorbereitung der Wallfahrt war uns der geistliche Charakter wichtig.“ Erzbischof Stefan Heße betont:  „Der 23. Juni soll eine wirkliche Wallfahrt werden. Das heißt, wir wollen uns je nach Möglichkeit zu Fuß, per Fahrrad, im Bus auf den Weg nach Lübeck machen. Unterwegs wollen wir beten, singen und uns von den Lübecker Geistlichen inspirieren lassen.“

Wer sich angemeldet hat, kann an einem der 150 gedeckten Mittagstische auf der Parade an der Propstei Herz Jesu Platz nehmen. Gastgeber aus Lübeck und der Umgebung wollen dort von 12 bis 14 Uhr eine schmackhafte Pilgermahlzeit, bereitet von Köchen des Malteser Hilfsdienstes, servieren.

Auf der Freilichtbühne in Lübeck wird am 23. Juni um 17 Uhr die Pilgermesse gefeiet. Den Erzbischof unterstützen dabei laut aktuellen Anmeldungen 72 Konzelebranten und 71 Messdiener. Die heilige Messe wird vom NDR live im Internet übertragen. 

Die Freilichtbühne bietet Platz für 3000 Menschen. Sollten es mehr Pilger werden, kann die Pilgermesse auch in der Propsteikirche verfolgt werden. Dort wird dann eine große Leinwand aufgebaut. Ein Priester ist vor Ort und teilt die Kommunion aus.

Für Wallfahrtsteilnehmer mit Mobilitätseinschränkungen bietet der Malteser Hilfsdienst vom Busbahnhof und vom Hauptbahnhof in Lübeck aus einen Shuttle-Dienst zur Parade an. Wichtig für Radfahrer: In der Nähe der Parade, an der Hanse-Schule, gibt es einen bewachten Parkplatz für Drahtesel. Wer mit dem Auto anreist, sollte beachten, dass Parkplätze knapp sind und dass es aufgrund von Straßenbauarbeiten zu Behinderungen kommen kann. Ein Nadelöhr ist beispielsweise die Possehlbrücke im Stadtzentrum.

Text: Norbert Wiaterek