01.05.2019

Benediktiner in Sorge um Klöster

Im Kloster Nütschau tagte die „Salzburger Äbtekonferenz“, die 60 benediktinische Männerklöster im deutschsprachigen Raum vertritt. Die Äbte und Prioren rechnen mit einer Ausdünnung der Klosterlandschaft.

Benediktinermönche bei einem Ausflug in der Lübecker Innenstadt

Die Ordensleute machten auch einen Ausflug in die Lübecker Innenstadt.  Foto: Marco Heinen

Angesichts des fortschreitenden Rückgangs an Ordensbrüdern hoffen die Benediktinermönche im deutschsprachigen Raum auf eine breitere geistige und geistliche Unterstützung aus den Kirchengemeinden. „Wir können nicht aus uns selber leben, sondern wir leben auch daraus, dass wir mitgetragen werden“, sagte der Vorsitzende der Salzburger Äbtekonferenz Theodor Hausmann OSB. Er äußerte sich am Rande der jährlichen Tagung des Gremiums, bei der in der Woche nach Ostern rund 50 Äbte und Prioren aus dem deutschsprachigen Raum im Kloster Nütschau zusammengekommen waren. Das Gremium repräsentiert 60 benediktinische Männerklöster.

Hausmann, der zugleich Abt der Benediktinerabtei Sankt Stephan in Augsburg ist, geht von einem Rückgang der Zahl der Klöster aus. Die Ordensbrüder seien sich bewusst, dass sie „nicht alle Gemeinschaften und Standorte werden halten können“, sagte er. „Das ist eine bittere Erfahrung vor allem für die Schwes-tern und Brüder vor Ort, die mit jedem Ort verwurzelt sind.“ 

Derzeit gibt es noch „keine seriösen Zahlen“

Allein in Bayern gebe es 14 Klöster, ebenso in Österreich. Zwar ließen sich derzeit „keine seriösen Zahlen“ nennen, doch der Trend gehe dahin, dass die Großklöster schrumpfen würden. Und Hausmann stellte klar: „Diese Dichte werden wir so nicht halten können.“ Allerdings sei die Vielzahl der Klöster ohnehin eine Besonderheit der vergangenen 100 Jahre. „Es ist in der langen Ordensgeschichte eine völlige Ausnahmesituation gewesen.“ 

Deutlich geändert habe sich auch das Bild derjenigen Menschen, die sich für ein Leben im Kloster interessieren. Sie träten nicht mehr im Alter von Anfang 20, sondern eher in späteren Lebensjahren in die Gemeinschaften ein. „Es kommen Menschen mit ganz bunten Lebensläufen, aber nicht weniger ernsthaft suchend als früher, vielleicht sogar noch gesteigert“, so Abt Theodor.

Ein zentrales Thema des Treffens in Nütschau war die „Sprachfähigkeit im Glauben“ und die Frage, wie Ordensleute die christliche Botschaft so formulieren können, dass sie von den Menschen verstanden und angenommen wird.    

Text: Marco Heinen/kna