02.06.2021

Besondere Orte des Glaubens

Ein Fest für neue Caritas-Mitarbeiter fand am vergangenen Freitag im Schweriner Stadtteil Krebsförden statt. Im Treff der Caritas kann man Glaube, Hoffnung und Liebe ganz anders erleben - etwa im neuen Boxkeller.  

Weihbischof Horst Eberlein segnet den neuen Boxkeller im Caritastreff Krebsförden. Neben ihm: Boxtrainer Detlef Krause
Zwischen Sandsack und Wandmalereien: Weihbischof Horst Eberlein segnet den neuen Boxkeller im Caritastreff Krebsförden. Neben ihm: Boxtrainer Detlef Krause. Foto: Matthias Thees

In jedem Jahr begrüßt die Caritas neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem kleinen Fest. In diesem Jahr war diese Feier nicht möglich, so wie üblich. Nur fünf „Neue“ durften leibhaftig kommen. Diese erlebten dabei aber ein vorbildliches Stück Caritas im Norden: Den Stadtteiltreff Krebsförden. In diesem Neubauviertel im Süden der Stadt betreibt die Caritas ein „Mehrgenerationenhaus“, das für alle Anwohner offen ist. Es gibt dort Raum für Begegnung, ein Kochstudio, Beratung für die Jobsuche oder Hausaufgbenhilfe, Tauschbörsen, Englischkurse, Schach, Rommé und Skatrunden. In der Turnhalle und auf dem Bolzplatz vor dem Haus können sich junge Sportler austoben, Volleyball oder Fußballspielen. 

Eine Spezialität dieses Hauses aber ist das Boxtraining in Zusammenarbeit mit dem Spitzen-Boxclub Traktor Schwerin. Ein „echter“ Box-Champion, der DDR-Meister im Halbmittelgewicht  Detlef Krause, bringt dreimal pro Woche Kindern und Jugendlichen das Boxen bei. Besonders Kinder, die nicht in idealen Bedingungen aufwachsen, bekommen dort Vorbilder für Teamgeist, Ehrgeiz, Respekt. Wer regelmäßig trainiert, wird körperlich fit und bekommt Selbstbewusstsein. 

Von „Miteinander“ nicht nur reden

Das Erfolgsprojekt Boxen im Caritastreff Krebsförden hat jetzt auch einen festen Ort. Am vergangenen Freitag wurde der neue Boxkeller des Hauses eingeweiht. Weihbischof Horst Eberlein aus Hamburg segnete die neue Trainingsstätte – die natürlich anders aussieht als andere kirchliche Räume: nämlich ausgemalt mit Szenen aus Boxkämpfen, mit Sandsäcken und Punchingballs. 

Auch wenn an diesem Tag nur 25 Personen mit Maske und Abstand zusammenkommen durften: Der Tag wurde bei strahlendem Sonnenschein ein richtiges Fest, das mit ‚selbstgemachter‘ Musik und Redebeiträgen des Regionalleiters, des Caritas-Direktors, der Mitarbeitervertreter, des Referenten für Caritaspastoral und natürlich des Weihbischofs begann. 

Weihbischof Horst Eberlein erläuterte den Sinn des Segens. Caritasdirektor Steffen Feldmann betonte die flachen Hierarchien als Charakteristikum der Caritas im Norden, Regionalleiter Martin Gagzow lobte Einsatz und Teamgeist der Caritas-Mitarbeiter und Rudolf Hubert, Referent für Pastoral bei der Caritas im Norden sprach über den kirchlichen Dienst, der sich im Alltag bewahrheitet und bewährt. Caritas, so Rudolf Hubert, präsentiert sich an einem solchen Tag und einem solchen Ort als „Lernort des Glaubens“ die Rede ist. Sich aufeinander verlassen können, sich im Haupt- und Ehrenamt annehmen, sich sinnvoll vernetzen und ergänzen, über das „Miteinander“ nicht nur reden, sondern es in Freude und Dankbarkeit erleben – das mache das Besondere in diesem Dienst aus. 

„Kirche mit ihrer Caritas bringt sich in den jeweiligen Sozialraum ein als Ort des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe. Und das nicht mit dem Anspruch auf Ausschließlichkeit, sondern im partnerschaftlichen Mit-und Füreinander.“  Die Segnung der Caritas – Kreuze und deren Überreichung an die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war ein sprechendes Symbol für diese geistliche Wirklichkeit.

Text: nkz