07.09.2022

Bistum will Mehreinnahmen spenden

Die „Energiepreispauschale“ wird dem Erzbistum Hamburg zusätzliche Kirchensteuern bescheren. Das Geld aber soll an die Caritas gehen und notleidenden Menschen helfen. Das beschloss der Kirchensteuerrat jetzt. 

Glücklich, wer seine eigene Heizung hat: Schneider Böck aus Max und Moritz macht es vor. | Bild: Wilhelm Busch/Wikipedia

Hamburg (kpi/nkz). Die Kirchensteuereinnahmen des Erzbistums Hamburg erholen sich anscheinend schneller als erwartet. Die Einnahmen waren in den vergangenen beiden Jahren durch die Coronakrise um rund zehn Prozent zurückgegangen. „Jetzt könnte es sein, dass wir schon in diesem Jahr wieder den Stand des Jahres 2019 erreichen“, sagte Katharina Gödecke, Leiterin der Stabsstelle Controlling, auf der Sitzung des Wirtschaftsrats des Erzbistums am vergangenen Sonnabend. Ursprünglich war eine solche Erholung erst Ende des Jahres 2023 erwartet worden.

Diese Entwicklung trage stark zu dem guten operativen Ergebnis des zweiten Quartals dieses Jahres bei, so Gödecke. Hier könnte es jedoch in den kommenden Jahren noch zu „Clearing-Nachzahlungen“ kommen. (Das Erzbistum bekommt die Kirchensteuer von den Unternehmen der Steuerzahler. Da vor allem der Raum Hamburg viele Firmensitze hat, deren Arbeitnehmer außerhalb leben, muss das Erzbistum deren Kirchensteuern an das Wohnort-Bistum weitergeben. Das wird im Clearing-Verfahren geregelt.) 

Auch im Sachkostenbereich konnten 3,5 Millionen Euro eingespart werden. Dies gehe allerdings zu Lasten von Instandhaltungen an Gebäuden.

Zwei Grad weniger – zehn Prozent Einsparung

Der Wirtschaftsrat befasste sich auch mit der Verwendung der Kirchensteuereinnahmen aus der sogenannten Energiepreispauschale. Die katholische und die evangelische Kirche in Deutschland hatten sich bereits darauf verständigt, dass diese zusätzlichen Einnahmen zur Unterstützung der von der Energiepreiskrise besonders betroffenen Menschen verwendet werden sollen. Der Wirtschaftsrat stimmte nun dafür, dass so auch im Erzbistum Hamburg verfahren werden soll. Nach einer vorläufigen Schätzung belaufen sich diese zusätzlichen Einnahmen auf rund eine Million Euro. Mit der Verteilung dieser Summe soll die Caritas im Norden beauftragt werden.

Die große Energiepreiskrise wird auch die Gemeinden vor Probleme stellen. So erläuterte Ulrich Borchert, Leiter der Abteilung Immobilien und Bau, die Unterstützungsangebote für die Pfarreien bei der Prüfung der Fenster und Fens-
terdichtungen, bei der Optimierung der Wärmedämmung, dem Austausch älterer Thermostate und Heizkörper und insgesamt bei der Frage der Energieeffizienz in der Gebäudeinstandhaltung. Wesentlich sei aber auch die Sensibilisierung der Pfarreien insbesondere für das Heizverhalten: „Bei einer Absenkung der Raumtemperatur um zwei Grad können etwa zehn Prozent der Heizkosten eingespart werden“, so Borchert.