12.08.2015

So viele kenianische Kinder erhielten bislang eine Schulausbildung – dank Hilfe aus Flensburg

Über 360 Mal Zukunft gestiftet

Die Flensburger St. Marien-Gemeinde unterstützt seit vielen Jahren ein Schulkinder-Projekt im kenianischen Rangenyo. Dort lässt sich mit wenig Geld viel für die Zukunft der Kinder erreichen. Derzeit werden aber noch dringend weitere Paten gesucht.

 

Mädchen der Gymnasialklasse in ihrem Klassenzimmer in der Missionsstation von Rangenyo. Foto: Thye

Manch einer würde hier vielleicht das Paradies vermuten, 55 Kilometer südlich vom Äquator auf dem afrikanischen Kontinent, in Rangenyo. Trotz der vielen zahlungskräftigen Urlauber im Land sind die meisten Menschen in dieser Region jedoch sehr arm. Zwar hat sich die Bildungssituation in Kenia in den vergangenen Jahren insgesamt verbessert. Aber gerade auf dem Land ist eine solide Schulausbildung weiter meist nur auf Privatschulen gegen Zahlung von Schulgeld erhältlich. Kinder aus armen Verhältnissen, Halb- und Vollwaisen, sie alle sind darauf angewiesen, dass jemand für ihr Schulgeld aufkommt. Denn ohne einen guten Schulabschluss haben sie keine Chance auf ein Stipendium für die Universität oder auf einen qualifizierten Beruf.

Bedürftigen Kindern wird der Schulbesuch ermöglicht 

Seit fast 20 Jahren engagiert sich – neben Einzelpersonen aus ganz Deutschland – die Flensburger St. Marien-Gemeinde vor Ort in Rangenyo. Dort haben Franziskanerinnen eine Mission aufgebaut mit einem Mädchen-Internat, einer Grundschule, einem Krankenhaus, einigen Wirtschaftsgebäuden und natürlich der Kirche St. Jude Thaddeus, in der Pfarrer Lawrence Nyaanga die Gottesdienste zelebriert.

1996 bereiste Bettina Sanders, die damals noch zur Flensburger Gemeinde gehörte, das Land und lernte die damals noch von Pfarrer Chrysanthus Mainye geleitete Missionsstation kennen, der es sich zum Ziel gesetzt hatte, bedürftigen Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen. In den umliegenden Dörfern registrierten sie 40 Kinder, nahmen ihre Lebensläufe auf und machten Fotos. Zurück in Flensburg wurden dann Paten gesucht – und gefunden. 

Seit 1999 besuchen Vertreter der Flensburger Gemeinde (natürlich auf eigene Kosten) regelmäßig die Partner in Kenia. Sie informieren sich vor Ort über die Patenkinder, überzeugen sich von der korrekten Verwendung der Spendengelder und registrieren neue Patenkinder, für die dann wieder Sponsoren gesucht werden. „Über 360 Kinder konnten bisher ihren Abschluss vorweisen und seit Beginn der Initiative wurden bis Ende des Jahres 2014 über eine Million Euro gesammelt“, berichtet Günter Thye. Er besuchte mit Pfarrer Stefan Krinke und Maren Wagenknecht aus der Gemeinde im Frühjahr die Missionsstation. Dort erlebten sie neben der Gastfreundschaft, dem Dank der Kinder und ihrem zum Teil erstaunlichen Lerneifer vor allem auch die Armut der Menschen. Nach seiner Rückkehr zeigte sich Günter Thye erschüttert, an welchen Kleinigkeiten manchmal ein Schulbesuch zu scheitern drohte, etwa an passendem orthopädischem Schuhwerk für ein gehbehindertes Kind, das in einem ein paar Kilometer entfernten Dorf lebt.

Es werden noch dringend weitere Sponsoren gesucht

Doch nicht allein das bereitet den Unterstützern Sorge. „Wenn der Dezember kommt werden wir nicht in der Lage sein, alle Kinder unterzubringen. Wenn nicht genug Geld da ist, müssen einige Kinder die Schule verlassen und andere können gar nicht erst aufgenommen werden“, formuliert Thye drastisch die Konsequenz, wenn nicht weitere Paten und Sponsoren gefunden werden. Er beziffert die Zahl der Kinder, für die noch Unterstützung gebraucht wird, auf etwa 120. Je nachdem, ob die Kinder die Grundschule oder das Internat besuchen, werden pro Kind etwa 400 Euro für Schulgeld, Schuluniformen und Lernmaterialien sowie gegebenenfalls die Unterkunft fällig. „Jeder Euro hilft, und jeder Euro kommt auch an“, versichert Günter Thye.

Spenden an: Kath. Gemeinde St. Marien Flensburg, Stichwort „Schulkinder Kenia“. IBAN:
DE21 2175 0000 0000 2710 55. Für Spendenbescheinigungen Name und Anschrift angeben!

Wer eine Patenschaft übernehmen will, wendet sich unter Tel. 0461 / 16 09 85 27 an Maren Wagenknecht, E-Mail: m-wagenknecht@foni.net

Text: Marco Heinen