16.09.2015

Erzbischof Heße schreibt einen Brandbrief an die Gemeinden – und Briefe an alle Katholiken

„Der Ernstfall der Barmherzigkeit“

Im Hamburger Hauptbahnhof campieren Flüchtlinge, die Grenze zu Dänemark war teilweise geschlossen. Die Flüchtlingswelle hat eine neue Dimension bekommen. Jetzt hat Erzbischof Stefan Heße einen Eilbrief an alle Mitarbeiter des Bistums geschrieben. 

Er bittet darin die Gemeinden, schnell zu helfen: Mit Wohnraum etwa und anderen Hilfen für Flüchtlinge.  „Die Nachrichten zur Situation der Flüchtlinge überschlagen sich in den letzten Tagen“, schreibt Erzbischof Heße. „In Rom, wo ich derzeit an einem Kurs für neue Bischöfe teilnehme, verfolge ich mit großer Aufmerksamkeit und zugleich mit Bestürzung, was sich in Mittel- und Osteuropa einschließlich Deutschland abspielt.“ Erzbischof Heße erinnert an das bevorstehende „heilige Jahr der Barmherzigkeit“: „Der Ernstfall der Barmherzigkeit ist aber schon längst eingetroffen.“ Viel geschehe bereits, aber die Not vor der Tür mache weitere Anstrengungen notwendig. „So möchte ich Sie herzlich dazu einladen, auch kurzfristig sich in Ihren Gemeinden und Einrichtungen darüber klar zu werden, auf welche Weise Sie helfen können. Haben Sie Wohnraum, den Sie der Kommune zur Verfügung stellen können, so wie es Papst Franziskus angeregt hat? Können Sie Angebote für Flüchtlinge organisieren? Oder können Sie andere Ehren- und Hauptamtliche in deren Engagement unterstützen?“ 

Sie kommen aus dem Chaos und  setzen auf die Barmherzigkeit der Deutschen. Flüchtlingsfamilie nach der Ankunft. 
Foto:  kna

In diesen Tagen werden sämtliche Katholiken des Erzbistums einen weiteren Brief des Bischofs bekommen. Diese Aktion wurde schon vor längerer Zeit geplant. In dem Schreiben werden alle Mitglieder des Bistums gebeten, den bischöflichen Hilfsfonds für Flüchtlinge mit Spenden zu unterstützen. 

Ansprechpartner für jede Form von Hilfe ist Dr. Burkhard Conrad, Tel. 040/248 77-390, E-Mail: conrad@erzbistum-hamburg.de Infos im Netz unter: http://fluechtlingsfonds.erzbistum.hamburg/

Text: Andreas Hüser