30.12.2014

BDKJ-Paketaktion ist eine von vielen Aktionen für Flüchtlinge im Erzbistum – Fond gibt Geld dafür

„Ihr seid uns willkommen!“

Gerechnet haben sie mit vielen Päckchen. Es wurden 1000. Gepackt von Spendern im Norden, die sich an der Weihnachtsaktion des Bundes der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) beteiligt haben. Ausgepackt von Kindern aus Flüchtlingsfamilien. 

Ein Transporter und einige Palettenwagen waren nötig, um zumindest einen Teil der Pakete in der „Zentralen Erstaufnahme“ für Flüchtlinge in Hamburg-Harburg auszuladen. Eine kleine BDKJ-Abordnung begleitete den Transport. Spielsachen, Schokolade, Kosmetikartikel, Malbücher oder Buntstifte. 

Die großen Playmobil-Kartons sind nicht nur für ein Kind, sondern für mehrere gedacht: Vorstandsmitglieder des BDKJ Hamburg übergeben in der Erstaufnahmestelle für Asylbewerber in Hamburg-Harburg einen Teil der 1000 Päckchen ihrer Weihnachtsaktion. 

Jedes Geschenk extra gepackt für Jungen oder Mädchen, für alle Altersgruppen und mit einem Zettel beschriftet. „Ihr habt euch so viele Gedanken gemacht, einfach toll“, lobt Sozialarbeiter Frank Stolzenburg. Die Aufnahmestelle befindet sich in einem Seitengebäude des Harburger Hauptpostamtes. 100 bis 120 Menschen pro Tag, berichtet Stolzenburg, kommen hier täglich an. Mit dem Flugzeug aus Fuhlsbüttel, mit Bussen, Bahnen, Lastwagen oder per Schiff. Die meisten bleiben nur ein paar Tage und werden dann in weitere Unterkünfte in Hamburg geleitet. 

Ein Päckchen für Flüchtlingskinder ist nicht nur Weihnachtsgeschenk für jemanden, der keine Geschenke bekommt. „Fremdenhass und Ausländerfeindlichkeit tolerieren wir nicht! Darum machen wir heute deutlich: die Schicksale von Menschen auf der Flucht sind uns nicht egal“, sagt BDKJ-Diözesanvorsitzender Martin Helfrich. „Ihr seid uns nicht egal, ihr seid uns willkommen!“ Das sollen die Päckchen ausdrücken. 

Joana Düvel, ebenfalls Diözesanvorsitzende des Dachverbands katholischer Jugendverbände, sieht die Weihnachtsaktion nur als Beginn eines langfristigen politischen Engagements zur Verbesserung der Situation von  Flüchtlingen: „Aufnahmeprozesse müssen verkürzt, mehr Bildungsangebote gemacht und Unterbringungen humaner gestaltet werden.“ Dafür will sich die katholische Jugend weiter einsetzen. Schließlich seien Kinder und Jugendliche am härtesten vom Verlust ihrer Heimat und Sicherheit betroffen. 

Nicht nur die katholische Jugend verstärkt die Hilfe für Flüchtlinge. Zahlreiche ehrenamtliche und hauptamtliche Initiativen geben Hilfen für Asylsuchende im Norden. Dazu gehört etwa die Kieler Initiative „Gemeinschaft mit Flüchtlingen“. Katholiken aus der Landeshauptstadt haben diese Hilfe gegründet, sie geben unter anderem regelmäßig Deutschkurse. Zur Unterstützung solcher Initiativen gibt es im Erzbistum jetzt einen eigenen Fond „Hilfe für Flüchtlinge“. Mit insgesamt 550 000 Euro sollen konkrete Projekte in Gemeinden und katholischen Einrichtungen gefördert werden.

Text und Foto: Andreas Hüser