31.05.2017

Kirchliche Aktionen beim G20-Gipfel in Hamburg

21 Glockenschläge zum Gipfel

Mit Friedensgebeten und Luftballons, Kirchenglocken und Segensbändchen begleiten die Kirchen in Norddeutschland die Beratungen der Staats- und Regierungschefs beim G20-Gipfel am 6. und 7. Juli in Hamburg

Mobiles Kunstprojekt: 20 schwarze Eimer zum G20-Gipfel in Hamburg
„Geh 20 – Alles im Eimer“ war das mobile Kunstprojekt von Axel Richter und Uwe Schloen überschrieben, das Anfang Mai mit einem Handwagen mit 200 Eimern über eine 20 Kilometer lange Strecke durch Hamburg zog.  Foto: Juergen Reissner

Unter dem Motto „global.gerecht.gestalten.“ hat sich ein „Kirchliches Bündnis zum G20-Gipfel“ gegründet. Damit haben die Kirchen ein eigenes Bündnis von kirchlichen Einrichtungen und Initiativen aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern geschlossen, das sich mit Gottesdiensten, Diskussionen und Veranstaltungen an friedlichen Aktivitäten vor und während des Gipfels beteiligen. So wollen sie die kirchlichen Positionen zu den Beratungsthemen deutlich machen und zugleich Debatten über die Gestaltung einer gerechten, nachhaltigen Globalisierung anregen. 

Die Menschenrechte als Richtschnur 

„Wir appellieren an die Vertreterinnen und Vertreter der G20-Staaten, die Menschen in den Mittelpunkt ihrer Verhandlungen zu stellen und ihre politischen Maßnahmen an den Menschenrechten auszurichten. Denn Recht und Gerechtigkeit sind Voraussetzungen für den Frieden“, schreiben Bischöfin Kirsten Fehrs, Erzbischof Stefan Heße und Pas-tor Uwe Onnen von der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Hamburg in einem Vorwort zum Veranstaltungsprogramm.

So laden zum Vorabend des Gipfels am 6. Juli die Hamburger Religionsgemeinschaften und die Akademie der Weltreligionen zu einem interreligiösen Friedensgebet von 18 bis 20 Uhr in der Uni-
versität (Hauptgebäude, Hörsaal B) ein. Kirchengemeinden in ganz Norddeutschland laden dann am 7. Juli um 18 Uhr zu Friedensandachten mit Glockengeläut, Friedensgebeten, Weltmahlzeiten und Ballonaktionen ein, um ihre Stimme sichtbar und hörbar zu machen. 21 Glockenschläge laden zum Friedensgebet ein. Die Zahl 21 soll nach Ansicht der Organisatoren daran erinnern, dass vor allem mit den Ländern aus dem Süden am Verhandlungstisch der G20 wichtige Stimmen fehlen und von den Entscheidungen ausgeschlossen sind. 

Im Gebet begleiten am 7. Juli ab 18 Uhr 24 Stunden lang Christen im Ökumenischen Forum HafenCity die politischen Gipfelereignisse: Bis zum 8. Juli um 18 Uhr beten sie in der Kapelle des Forums für Gerechtigkeit und Frieden. Parallel dazu ist das Café Elbfaire für Begegnungen und zur Stärkung geöffnet. Der Gottesdienst zum G20-Gipfel am 7. Juli um 18.15 Uhr mit Dompfarrer Peter Mies im St. Marien-Dom greift Themen des Gipfels auf und trägt sie im Gebet vor Gott. 

Zu weiteren Mitmachaktionen lädt das kirchliche Bündnis ein: Einzelne, Gruppen und Gemeinden können den speziell zum G20-Gipfel komponierten Song „Bring your own chair“ als Video aufnehmen und einschicken, die Cover-Versionen werden dann auf der Website veröffentlicht.  Segensbändchen sollen ebenso wie Ballons sichtbare Zeichen setzen: So sollen viele Luftballons in den Himmel steigen, wenn die Kirchengemeinden am 7. Juli um 18 Uhr zu Friedensandachten einladen. Auf den angehängten Postkarten schreiben die Teilnehmer ihre Wünsche für eine gerechte Welt. Jede Gemeinde kann dazu im Vorfeld kostenlos Ballons, Postkarten und Segensbändchen bestellen. 

G20- und Civil20-Gipfel in Hamburg

Ein weiterer Höhepunkt der kirchlichen Aktionen ist ein ökumenischer Gottesdienst am 8. Juli um 10.30 Uhr in der Hamburger Hauptkirche St. Katharinen. Er wird von Bischöfin Kirsten Fehrs und Erzbischof Stefan Heße mitgestaltet. Dr. Agnes Abuom von der Anglikanischen Kirche in
Kenia und der Bischof der katholischen Kirche von Barbados, Charles Jason Gordon, werden Predigtimpulse geben. 

Bereits im Juni findet der „Civil20“-Gipfel im Vorfeld des G20-Gipfels in Hamburg statt: 250 Nichtregierungsorganisationen sind am 18. und 19. Juni dabei, um die Arbeit der G20 inhaltlich zu begleiten. Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Hamburg begleitet das Treffen mit Stundengebeten am 18. und 19. Juni in der Kapelle des Ökumenischen Forums HafenCity. 

Das Programm mit allen Veranstaltungen kann im Internet unter www. global-gerecht-gestalten.de heruntergeladen werden. Dort finden sich weitere Infos und das Material für die Friedensgebete.

Text: Monika Sendker