19.08.2015

Fast 60 Teilnehmer bei der neunten Marienwallfahrt von Witzeeze nach Büchen zur Marienkapelle

Auf dem Weg der Besinnung

Das Singen und Beten war weithin zu hören. Und manch Spaziergänger oder Radfahrer schaute am vergangenen Sonnabend verwundert, als er die Wallfahrer am Rande des Elbe-Lübeck-Kanals entdeckte: mit Fahnen, Kreuzen und der Marien-Statue an der Spitze.

Schon im Mittelalter war Büchen ein bekannter Wallfahrtsort. Mit Gesang und Gebet pilgerten die Wallfahrer nun zur Marienkapelle.

Zu Mariä Himmelfahrt am 15. August war es wieder soweit und rund 60 Menschen pilgerten von der Schleuse in Witzeeze nach Büchen. Nach einem kurzen Stopp mit Fürbitten ging es weiter zur Marienkapelle. 

Rund 100 Menschen feierten dort den von Kaplan Heiko Kiehn und Kaplan Ferdinand Moskopf zelebrierten Gottesdienst mit Kräuterweihe. Für Moskopf war es eine besondere Aufgabe, die Leitung der Wallfahrt zu übernehmen; nach dem Abschied von Pfarrer Norbert Bezikofer und bevor Kaplan Jan Stefanowski seine neuen Aufgaben als Pfarr-administrator übernimmt. „Es ist eine große Freude, dass ich das hier machen kann, zumal ich in Büchen aufgewachsen bin“, so Moskopf.

Eine besondere Verbindung vor allem zur Marienwallfahrt hat der 21-jährige Matthias Kiehn aus Lauenburg. „Das ist Tradition und gehört in meinem Kirchenjahr auf jeden Fall mit dazu.“ Sein älterer Bruder, der Kaplan in St. Anna in Schwerin ist, betonte die Bedeutung dieser Marienwallfahrt: „Wer am 15. August wallfahren will in diesem Bistum, der muss nach Büchen kommen.“

Die Teilnehmer haben dabei alle ganz ähnliche Gründe, sich auf den fast fünf Kilometer langen Weg zu machen: „Es geht mir darum, zu mir selbst zu kommen und nachzudenken“, formulierte es zum Beispiel Markus Brettschneider. Auch ein älteres Ehepaar aus Hamburg war deshalb gekommen. „Wir haben alle Grund genug, mal in uns zu gehen“, meinte die Seniorin. „Ich finde dabei Ruhe und denke sehr über die ganze Sache mit Maria nach. Schließlich ist es ungewöhnlich, dass eine Frau so verehrt wird“, meinte wiederum Uwe Rutkowski, der vor eineinhalb Jahren zum Katholizismus konvertierte.

Eine besonders schwere Aufgabe hatte Georg Taubitz,  und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Der Priesteramtskandidat trug den Lautsprecher. Doch nicht nur deshalb hielt er am Ende des langen Weges fest: „Bei einer Wallfahrt kommt man immer ein bisschen erschöpft an. Und da kommt dann das Gefühl auf, etwas geschafft zu haben – in Gemeinschaft mit anderen Leuten. Das finde ich sehr schön.“

Text u. Foto: Marco Heinen