29.02.2016

Anfrage

Die Heiligen des 29. Februar

Welche Heiligen werden am 29. Februar verehrt? Und wann werden sie gefeiert, wenn nicht gerade ein Schaltjahr ist?

Wer am 29. Februar Geburtstag hat, feiert – außer in Schaltjahren – am 1. März. Am 28. Februar war man schließlich noch nicht auf der Welt. Aber wie ist das mit den Heiligen?

Zunächst: Ihr Gedenktag ist am 29. Februar, weil sie an einem 29. Februar gestorben sind. Das ist ja bei Heiligen so: In der Regel wird ihr Todestag gefeiert, der Tag, an dem sie „in den Himmel gekommen“ sind. 

Der Priester Auguste Chapdelaine wurde am 29. Februar 1856 in Xilinxian (China) enthauptet. Zuvor war der Missionar zusammen mit Neugetauften von Milizionären verhaftet worden. Er wurde mit 300 Peitschenhieben geschlagen, in eine winzige Höhle eingesperrt und schließlich hingerichtet.

Friedlich entschlafen ist dagegen am 29. Februar 992 der heilige Bischof Oswald, der zuerst Chorherr in Winchester war, dann Eremit und Mönch von Saint-Benoît in Fleury-sur-Loire und schließlich Bischof von Worcester und York. Er führte in vielen Klöstern die benediktinische Regel ein und soll ein fröhlicher und gelehrter Meister gewesen sein.

Eine fromme Frau war Antonia von Florenz, die am 29. Februar 1472, in Aquila starb. Nach zwei Ehen zum zweiten Mal Witwe geworden, trat sie ins Klarissenkloster ihrer Heimatstadt Florenz ein. Später gründete sie das Kloster Corpus Christi und leitete es als erste Äbtissin nach der Regel der heiligen Klara von Assisi. 

Der kirchengeschichtlich bekannteste Heilige ist Papst Hilarius, der am 29. Februar 468 starb. Als Nachfolger von Papst Leo dem Großen hat er die Konzilsbeschlüsse von Nizäa, Ephesus und Chalcedon durch Briefe an alle Bischöfe in Kraft gesetzt. Auf der römischen Synode von 465 ließ er außerdem beschließen, dass Bischöfe nicht mehr ihren eigenen Nachfolger bestimmen durften. 

Und wann werden sie nun gefeiert, wenn kein Schaltjahr ist? Im Gegensatz zu den Geburtstgskindern am vorherigen Tag, am 28. Februar. So will es der Heiligenkalender.

Von Susanne Haverkamp