24.08.2016

In Herz Jesu plant die Projektgruppe „Junge Kirche Hamm“ für den künftigen Pastoralen Raum

Eine Gemeinde will sich öffnen

Im Pfarrhaus von Herz Jesu in Hamm wohnt heute kein Pfarrer mehr, stattdessen spielen die Kinder der Kita in den hohen Räumen. Wo führt der weitere Weg hin? „Junge Kirche Hamm“ heißt das Zukunftsprojekt, das sich mit dieser Frage beschäftigt.

Schwester Maria-Elisabeth Küpper vor einem Studentenentwurf.  Foto: Monika Sendker

Offizieller Startpunkt für die „Junge Kirche Hamm“ war ein Gottesdienst im April dieses Jahres. Die Idee ist jedoch schon älter. Bereits 2012, im Zusammenhang mit den ersten Planungen zur Entwicklung eines Pastoralen Raumes, entstanden in der Gemeinde Überlegungen zum künftigen Profil. „Wir haben uns gefragt: Wie können wir uns für die Zukunft öffnen, wie bereiten wir uns vor?“, berichtet Gemeinde-referentin Schwester Maria-Elisabeth Küpper. So fand eine Arbeitsgemeinschaft mit bis zu zwölf Gemeindemitgliedern zusammen. 

„Unsere Kirche ist mit vielen jungen Menschen und darüber hinaus auch mit deren Eltern verbunden“, sagt Schwester Maria-Elisabeth. Neben der Kita und der katholischen Schule ist der Pfadfinderstamm Charles de Foucauld, einer der größten in Hamburg, aktiv. Im Stadtteil selbst leben inzwischen viele Singles und junge Familien. „Wir wollen diese Entwicklung nicht verpassen“, so die Gemeindereferentin. 

Deshalb müsse die Gemeinde sich öffnen. Nicht nur für die Jungen, so sei der Projektname nicht gemeint, betont die Schwester von der Göttlichen Vorsehung. Es gehe eher um die Begeisterung, den Elan: „Wir möchten uns neu besinnen auf die Ausstrahlung der ,Jungen Kirche‘ in der frühchristlichen, nachösterlichen Zeit. Wir möchten für die Menschen, die hier wohnen, offen sein, für die unterschiedlichen Generationen, Kulturen und Nationen, für die verschiedenen Lebensgemeinschaften und Lebensformen, auch für die verschiedenen Religionen – ohne dabei zu vergessen, wer wir selber sind. Wir sollten ein vorurteilsfreier und lebendiger Ort werden, an dem die Menschen von der Liebe und Barmherzigkeit Gottes erfahren können.“ „Herz Jesu“ stehe dabei zugleich für das Herz, das Gott den Menschen schenke, für Barmherzigkeit, für Warmherzigkeit. 

Von einer solchen Entwicklung profitiere ebenso St. Olaf Horn als zweiter Kirchenstandort der Pfarrei. Im Rahmen des künftigen Pastoralen Raumes mit der Pfarrei St. Franziskus Barmbek werden die Franziskaner, die bisher in Barmbek angesiedelt sind, nach Horn umsiedeln. „St. Olaf wird dadurch als ein Ort der Einkehr und Besinnung an spiritueller Ausstrahlung gewinnen“, ist die Vorsehungsschwester, die selbst mit einer Mitschwester im Konvent in St. Olaf lebt, überzeugt.

Wie aber können die Ideen einer einladenden Kirche in bauliche Gestaltungsmöglichkeiten umgesetzt werden? Das Projekt „Junge Kirche Hamm“ lud dazu Architekturstudenten der HafenCity Universität Hamburg unter Begleitung von Dozent Matthias Kulcke ein, in einem so genannten Stegreif-Wettbewerb das Gemeindehaus, die Kirche und den Eingang von Herz Jesu neu zu gestalten. Nur zwei Wochen hatten die Studenten Zeit, um nach der Aufgabenstellung den Ort zu erkunden, die Entwürfe auszuarbeiten und zu präsentieren. Neun Arbeiten wurden beim Projektteam eingereicht. Eine deutliche Tendenz zeichnet sich nach der ersten Durchsicht ab: Die Kirche müsse heller, der Vorplatz als Ort für Begegnung neu gestaltet werden. „Öffnung und Licht sind zwei Kernbegriffe in allen Arbeiten“, so Schwester Maria-Elisabeth.

Im Rahmen der „Nacht der Kirchen“ am 17. September und nach dem Sonntagsgottesdienst des darauf folgenden Tages sollen die Entwürfe der Studenten in der Gemeinde erstmals öffentlich vorgestellt und diskutiert werden.

Text u. Foto: Monika Sendker