05.06.2014

Internetseite sucht frohe Glaubenszeugen

"Ich liebe die Kirche"

Sind Sie gerne katholisch? Haben Sie sich das überhaupt schon einmal gefragt? Und haben Sie schon einmal einem anderen Menschen erklärt, warum Sie gerne katholisch sind? Eine Internetseite hilft bei den Antworten.

Glaubenszeugen: Kinder bei der Vigil mit
Papst Benedikt XVI. bei seinem
Deutschlandbesuch 2011. Foto: kna-bild

 

„Ich bin gerne katholisch, weil ich in der Kirche Kraft finde und mich geborgen fühle. Ich weiß, das ich nie alleine bin“, schreibt Martin, Jahrgang 1971, auf der Seite gerne-katholisch.de. Ronja ist aus einem anderen Grund gerne katholisch. „Ich bin gerne katholisch, weil Gott sich soviel Mühe gemacht hat, aus einer verstockten pragmatischen, kritischen, naturwissenschaftsliebenden (...) Atheistin wie mir eine gläubige Katholikin zu formen, sogar mit dem einen oder anderen Wunder. (...) Wenn ich gewusst hätte, wie glücklich wahrer Glaube machen kann, dann hätte ich schon früher gesucht.“ 

Und Annette, Jahrgang 1961, schreibt: „Ich bin gerne katholisch, weil Gott mich da hat hineinwachsen lassen von der Taufe (...) Ich liebe die Kirche, wie man eine Heimat liebt. Ich ärgere mich über sie, wie man sich nur über etwas Geliebtes ärgern kann. Ich freue mich über sie, wie man sich nur freuen kann! Da hat Vieles Platz. Da ist Leben. (...).“

Als sich Bischöfe aus aller Welt im Herbst 2012 im Vatikan zur Synode über die Neuevangelisierung trafen, hörte man oft Sätze wie: „Die missionarische Kirche der Zukunft braucht Gläubige, die mutig und froh ihren Glauben bezeugen.“ Einer Gruppe von Studenten an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main war das schon zwei Jahre vorher klar. Damals – 2010 – hatten sie die Webseite www.gerne-katholisch.de erstellt. Auf ihr wurden Menschen eingeladen, ihren Glauben ins Wort zu bringen. Und: „Unsere erste Version war gleich ein Renner“, erzählt Stefan Salzmann, einer der Studenten. 

Viele bunte Glaubenszeugnisse

 

Heute – vier Jahre später und im neuen Design – findet man auf ihr über 200 solcher Glaubenszeugnisse. Seit dem Katholikentag in Regensburg sind uch noch Videoglaubenszeugnisse hinzugekommen. Die zu lesen und anzuschauen, lohnt sich. Bei allen Unterschieden besitzen sie zwei Gemeinsamkeiten. Die erste: Sie überzeugen, weil sie ehrlich und glaubwürdig sind. Karl-Heinz, geboren 1948, schreibt: „Ich bin gerne katholisch, weil nach langem Irrweg bin ich wieder in die katholische Kirche aufgenommen worden. Jetzt bin ich zu Hause und habe meinen inneren Frieden gefunden.“ Und die zweite Gemeinsamkeit: Man spürt, der katholische Glaube macht diese Menschen irgendwie froh. Weil er ihnen Heimat ist, weil er Trost spendet, weil sie die Liebe Gottes spüren.

Das entspricht ganz der Intention der Macher: Die Seite soll eine Plattform froher Glaubenszeugen sein, so wie es Papst Franziskus zu Palmsonntag 2013 sagte: „Und das ist das erste Wort, das ich Euch sagen will: Freude!“ Interessant dabei: Viele Besucher kommen auf die Seite, nachdem sie zuvor bei ihrer Suchmaschine Begriffe wie „Kirchenaustritt“ oder „Kirchenkritik“ eingegeben haben, erzählt Salzmann. 

Mittlerweile steht hinter der Seite der gemeinnützige Verein „Gerne katholisch“ mit circa 60 Mitgliedern, der diesen „frohen auskunftsfähigen katholischen Glauben fördern“ möchte. Und das auf verschiedenen Kanälen. Im Winter 2013 erschien erstmals ein Glaubensmagazin. Eine zweite  Ausgabe soll bald folgen. Auch eine App fürs Handy ist in der Mache. „Die Menschen sollen wieder lernen, Zeugnis abzugeben“, sagt Salzmann. 

Zusätzlich hat die Webseite noch einen Online-Shop. Da gibt es alles vom Becher über den Regenschirm bis zum Kapuzenpullover, stets versehen mit dem „gerne katholisch“-Logo. Dinge, bei denen man den frohen Glauben buchstäblich hinaustragen kann. 

Ihr Webreporter Daniel Gerber