19.08.2015

Neue Angebote im Bischof-Theissing-Haus sprechen auch nicht-kirchliche Gruppen an

Igelkinder mögen Haferflocken

Ins Reich der Bären, der Affen oder der Igel: mit einer neuen Reihe von Angeboten will das Bischof-Theissing-Haus für weit angereiste Gäste interessante Freizeitmöglichkeiten eröffnen. 

Kleine Igel als Gäste im Haus. Wie klein diese Tiere sind, zeigt der Vergleich mit den Zeitungsartikeln. Fotos: privat

Igel haben bekanntlich Stacheln. Aber die schützen zwar vor Hund und Katz, nicht aber vor Autoreifen, Gift  und Rasenmäher. „Allein zwischen der Bundesstraße und dem Bischof-Theissing-Haus habe ich schon mehrmals überfahrene Igel gesehen und Igel von der Straße gelesen“, sagt Marcel Heinle. Der Leiter des Bischof-Theissing-Hauses hat für das sympathische, nachtaktive Wildtier einen besonderen Blick. Schon lange bevor er nach Teterow zog, war er als Igelschützer aktiv. Jetzt bietet er Gästen des Hauses einen Igel-Workshop an. Jugendgruppen können dann etwas über das nächtliche Leben der Stachelträger erfahren, die Igelstation Groß Potrems  besuchen und lernen, wie man Igelhäuser und Überwinterungs-plätze baut. 

Ebenfalls neu im BTH ist das Modul „Pures Naturerlebnis“. Von Anfang April bis Ende Oktober können Gäste des Hauses eine Fahrt zum Bärenwald an die Müritz südlich von Plau und zu den Affen und zur Sommerrodelbahn nach Malchow buchen. Ein „Natur-erlebnis in dreifach-Kombi“. 

Was haben Igel und Affen mit dem katholischen Jugendhaus zu tun? Einmal können Gruppen mit einem solchen Erlebnis ihr Umweltbewusstsein stärken. Marcel Heinle verfolgt aber noch ein weiteres Ziel. „Diese Angebote sind ein Anfang. Wir wollen in Zukunft unseren Gruppen noch mehr Möglichkeiten bieten, während des Aufenthalts etwas zu unternehmen“, sagt der BTH-Chef. Hintergrund: „Das Haus wird ja nicht nur von der Katholischen Jugend Mecklenburg, sondern zunehmend auch von anderen Gruppen, die zum Teil von weither kommen, belegt.“ 

Im vergangenen Jahr haben 83 Gruppen das Haus besucht (5 383 Übernachtungen). Die Mehrzahl, 60 Prozent, sind nach wie vor  katholische Jugendgruppen aus Mecklenburg. Aber mehr als ein Zehntel der Besuchergruppen hat weder „katholisch“ noch „evangelisch“ im Titel. 

Für diese und andere auswärtigen Gäste soll das Jugendhaus noch attraktiver werden. Heinle denkt schon an weitere Angebote, etwa im kreativen Bereich. „Die beiden Natur-Module haben den Vorteil, dass wir dazu keine Honorarkräfte von außen brauchen.“

Über den Igel etwa weiß Marcel -Heinle selbst bestens Bescheid. Zwar ist das BTH noch keine Igel-station geworden – „dafür bräuchte man Leute, die sich den ganzen Tag um die Sache kümmern“ – aber zu Hause nimmt er oft Igelwaisen auf, päppelt sie groß oder hilft ihnen über den Winter. Was kann man tun, um Igel zu schützen? „Erst einmal: beim Autofahren die Geschwindigkeit reduzieren, damit man die Tiere nicht überfährt.“ Für selbstgebaute Igelhäuser gibt es Anleitungen im Internet. Naturbelassene, „unaufgeräumte“ Gärten bieten dem Igel Unterschlupf. Rasentrimmer sind gefährlich, ebenso Schnecken-, Ratten- und Pflanzengift. Auf keinen Fall Milch geben! Igel mögen Haferflocken, Wasser, Rosinen, Insekten, Hackfleisch und sogar Rührei. Alles weitere erfährt man bei einem Igelworkshop im Bischof-Theissing-Haus.

Text: Andreas Hüser