12.08.2015

Seit 40 Jahren sind Eva und Josip Geler als Hausmeisterehepaar in St. Bernard aktiv

Meditieren mit dem Besen

Unverzichtbar, unersetzlich, unermüdlich – das sind nur einige Adjektive, mit denen die Arbeit von Eva und Josip Geler in der Poppenbüttler Gemeinde St. Bernard mehr als anerkennend beschrieben wird. Seit 40 Jahre ist das Ehepaar für die Hausmeisterdienste verantwortlich.

Seit 40 Jahren schließt Josip Geler jeden Morgen die St. Bernard-Kirche auf und abends wieder zu. Gemeinsam mit seiner Frau Eva ist er in und um die Kirche herum für die Hausmeisterdienste verantwortlich. Darüber hinaus engagiert sich das Ehepaar auch ehrenamtlich in Gruppen und Gremien der Gemeinde.  Foto: Greve

„Im August 1975 fragte uns der damalige Pfarrer, ob wir uns nicht nebenberuflich um die anfallenden Arbeiten kümmern wollen“, erinnert sich Josip Geler. Das Gemeindehaus war gerade fertiggestellt geworden. Das Ehepaar zögerte nicht lange, zog in die Hausmeisterwohnung und war von Beginn an in „ihrer“ Gemeinde zu Hause.

Erst vier Jahre zuvor, 1971, war Josip Geler als Mitglied der ungarischen Minderheit im ehemaligen Jugoslawien nach Hamburg übergesiedelt. Zupacken konnte der gelernte Konstrukteur und technische Zeichner. Zunächst arbeitete er als Zimmermann beim Bau der S-Bahn in der Hamburger Innenstadt mit. Einmal im Monat zog es ihn schon damals nach St. Bernard – gab es da doch dann sonntags einen Gottesdienst in ungarischer Sprache. Beim Treffen der Ungarngruppe lernte er 1972 auch seine Ehefrau Eva kennen und lieben. „Unsere erste Begegnung fand im heutigen Konferenzraum statt.“ Nach der Hochzeit und der Geburt der ersten Tochter folgte der Einzug in die Hausmeisterwohnung.

Frühmorgens und in den Nachmittags- und Abendstunden sowie natürlich an den Wochenenden nahm sich der heute 67-Jährige Zeit für seine Berufung – neben seiner Berufstätigkeit als technischer Zeichner bei den Airbus-Flugzeugwerken in Finkenwerder. „Das war besonders im Winter oft ein ziemlicher Spagat“, sagt Josip Geler. Gleitende Arbeitszeiten und ein verständnisvoller Chef halfen, alles unter einen Hut zu bringen. Seit drei Jahren ist er jetzt Rentner und kann sich endlich ausschließlich seiner „Berufung“ in St. Bernard widmen.

Für die Putzarbeiten ist seine Frau zuständig – nur in der Kirche putzt Josip Geler selbst. „Die Reinigung der leeren Kirche ist für mich mehr, als alles sauber zu machen“, betont er. „Mit dem Besen in der Hand meditieren“, beschreibt er das Erleben von Stille und Raum. Entspannung und Ruhe findet er zudem seit Kindesbeinen an beim Angeln.

Eva Geler (63) fand als gelernte Dekorateurin neben ihrer Arbeit in den Gemeindegebäuden noch viele Betätigungsfelder – sie arbeitete in der Katechese, in liturgischen Diensten, in Gruppen und Gremien. Ob Krippengestaltung, Töpfern, Collagen oder Mitarbeit beim Pfarrbrief, sie begeisterte immer mit ihrer Kreativität.

Wenn es nach Josip Geler geht, dann möchte er „solange eben die Kräfte mitspielen“ seinen Dienst in St. Bernard leisten. Eva Geler hat für ihren Ruhestand noch andere Ziele. Die drei heute erwachsenen Kinder mit ihren Familien und die eigene Familie im heutigen Serbien sei bei bisher rund 14 Tagen Urlaub im Jahr doch etwas zu kurz gekommen.

Einen Dank der Gemeinde bekommt das Ehepaar Geler beim Empfang zum 60. Kirchweihfest an diesem Sonntag, 16. August. Der Gottesdienst mit Erzbischof Stefan Heße beginnt um 11.15 Uhr, anschließend ist der Empfang im Gemeindehaus. 

Text u. Foto: Matthias Greve