26.10.2016

Die Benediktinermönche in Nütschau freuen sich über 8,5 Tonnen Äpfel – und ihre tollen Helfer

Reiche Ernte im Klostergarten

 Es war eine kluge Entscheidung, als die Gründer des Benediktinerklosters in Nütschau vor etwa 60 Jahren einen Apfelgarten auf einer nahen Koppel anlegten. Viele der rund 50 Bäume sind noch immer gesund und tragen jedes Jahr reiche Frucht. So auch in diesem Jahr.

„Es war in diesem Jahr eine sehr gute Ernte“, sagt Prior Johannes Tebbe und sieht sehr zufrieden aus. 23 Kisten zu je etwa 370 Kilo werden es am Ende wohl sein. Das entspricht ungefähr achteinhalb Tonnen Obst. Quasi mit Samthandschuhen wurden die schönsten Früchte behandelt, damit sie ohne Druckstellen bleiben und lange eingelagert werden können. „Die Pflücker werfen die Äpfel vom Baum und werden unten von anderen Pflückern aufgefangen“, erzählt Laura Haustein (19). Die Bad Segebergerin absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Kloster und steigt für den Fotografen extra noch einmal auf die Leiter, um zuzugreifen. Es ist der vorletzte Tag der Ernte, es ist nass und sehr herbstlich. Die kleine Schar der Helfer besteht aus einem 16-köpfigen „Ora et Labora“-Kurs, der durch fünf Flüchtlinge unterstützt wird. Und sogar die sechsjährige Johanna, Tochter einer befreundeten Familie, packt mit an.

Die Pflücker sind unter anderem Studenten und einzelne Berufstätige, vor allem aber Schüler, die für eine Woche „Ora et Labora“ im Jugendhaus St. Bendikt unterkommen. An den Vormittagen setzen sie sich inhaltlich mit dem Glauben und der Bibel auseinander. Mittags wird gekocht, tja, und am Nachmittag steht dann oft die Apfelernte auf dem Programm.  Zwei Klassen von der Hamburger Sophie-Barat-Schule waren diesmal da, außerdem Schüler von der Schweriner Niels-Stensen-Schule. Aus Neumünster kamen Firmlinge und sogar aus dem Emsland war in diesem Jahre eine Schulklasse an die Trave gereist.

Auf der Streuobstwiese wachsen ganz unterschiedliche Sorten: Holsteiner Cox, Ingrid-Marie und Boskoop sind zum Beispiel dabei, aber auch für einen Birnbaum und zwei Zwetschgenbäume war noch Platz. 

Bruder Andreas Evert ist auf Seiten des Klosters dafür verantwortlich, dass die Äpfel fachgerecht eingelagert werden und dafür, dass das frische Obst auch auf den Tischen landet. Die Versorgung für die nächsten Wochen ist jedenfalls sichergestellt. Wobei ein Großteil der Früchte noch weiterverarbeitet wird – zum überaus beliebten Nütschauer Apfelsaft.

Text u. Foto: Marco Heinen