06.04.2016

Eine eindrucksvolle Osterfahrt der Katholischen Jugend Mecklenburg nach Taizé

Und plötzlich herrschte Stille

Taizé, das Kloster im französischen Burgund, ist eine Quelle der Inspiration für junge Christen in aller Welt. In Taizé Ostern zu feiern, mit Tausenden Jugendlichen aus vielen Ländern, ist ein ganz besonderes Erlebnis. Die Osterfahrt der Katholischen Jugend Mecklenburg hatte genau dieses Ziel. 

Die Hälfte der Fahrt ist geschafft: Die KJM-Reisegruppe beim Zwischenstopp in niederrheinischen Neuss. 

1300 Kilometer weit war die Reise, zu der sich acht Jugendliche im Bulli der Katholischen Jugend Mecklenburg aufmachten. Doch bevor es hieß: eine Woche leben wie die Brüder von Taizè, wurde in Neuss bei Düsseldorf ein Zwischenstopp eingelegt. 

Bei klarem Himmel, Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen kamen die Mecklenburger in dem kleinen mittelalterlichen Dorf in Frankreich an. Klosterleben, das heißt auch: Jeder Tag hat dasselbe Schema: Morgengebet, Frühstück, Bibeleinführung, Mittagsgebet, Mittagsessen, Aktion, Abendessen und abschließend das Abendgebet. Gerade die Gebete waren besonders eindrucksvoll. In der Mitte saßen die ganz in weiß gekleideten Brüder von Taizè, um sie herum die circa 4000 Jugendlichen, die über das Osterfest in Taizé zu Gast waren. 

Nicht nur das, sondern auch die vielen spirituellen Lieder, in allen möglichen Sprachen und die Zeiten der Stille, machten die Tage zu einem unvergesslichen Erlebnis. In den Bibeleinführungen lernte man Jugendliche aus vielen Teilen der Erde kennen. Man verständigte sich im sogenannten „Taizè-Englisch“ – notfalls auch mit Händen und Füßen. 

Karfreitag, Punkt 15 Uhr. 4 000 Jugendliche halten inne zum stillen Gebet. Foto: Jan-Niklas Cappallo

Gesprochen wurde allerdings nicht nur über Glaubensinhalte. Nachmittags lernte man entweder den Ort kennen, spielte und sang mit anderen oder traf sich zum gemeinschaftlichen Putzen. „Man lernt so viele neue Leute kennen, es herrscht ein unglaublich friedliches Miteinander und trotz so vieler Menschen, kommt man im Gebet zur Ruhe“, erinnert sich Lisa, eine der Teilnehemerinnen. Besonders beindruckend war eine Situation am Karfreitag: Eben noch herrschte auf dem großen Platz Trubel. Alle spielten und sangen und waren fröhlich. Als um 15 Uhr dann eine Glocke an den Tod Jesu Christi erinnerte, herrschte von der einen auf die andere Sekunde plötzliche Stille. Jeder blieb an dem Ort, an dem er gerade war, und bedachte diesen Moment. Man reichte einander die Hände und verharrte im gemeinsamen Gebet. Als das Läuten aufhörte, machte man dort weiter, wo man vorher aufgehört hatte.

Auch die Mahlzeiten werden den Mitfahrern noch lange im Gedächtnis bleiben. Sie waren genau so portioniert, dass man bis zur nächsten Essensausgabe gesättigt war. Besonderes Highlight war dabei der Keks zum Nachtisch. „Ich fand das Essen super und besonders die Kekse. Einige hab ich aufgehoben und werde mich dann daran erinnern, wenn ich sie in der Schule esse“, sagte Luisa. Etwas wehmütig machten sich die Nordlichter am Ostermontag auf den Weg zurück nach Deutschland – wieder 1300 Kilometer im Kleinbus. Alle, die mitgefahren sind, schwärmten bei der Rückfahrt von diesem Erlebnis.

Text u. Fotos: Jan-Niklas Cappallo