30.07.2013

Im Internet findet man Tipps und Anleitungen zum Beten

Vertrauensvoll zum Vater reden

Das Internet ist zum festen Lebensraum – wenn auch virtuellen – vieler Menschen geworden. Auch das Beten hat darin seinen Platz gefunden. Einige Seiten geben die Möglichkeit, seine Gebete vor Gott zu tragen, andere helfen, das Beten erst einmal zu lernen.

Für einige alltägliche Praxis, für andere ein
schwieriges Unterfangen: das Beten.

Was sagte Sören Kierkegaard, der dänische Philosoph und Theologe, über das Beten? „Das Gebet ändert nicht Gott, sondern den Betenden.“ Vielleicht ein Grund dafür, warum sich manch einer mit dem Beten schwertut. Wem fällt es schon leicht, sich zu ändern. Andererseits liegt darin auch die Chance des Gebets. Es verändert einen zum Guten, weil es einen stärkt, ruhiger macht, einem Vertrauen schenkt.

„Ein Mensch öffnet sich Gott, wenn er betet. Das Gebet ist ein Reden des Herzens mit Gott. Wer betet, ehrt Gott, denn Gott will, dass wir zu ihm reden“, so heißt es auf wie-kann-ich-beten.de. Eine ökumenische Seite, betrieben unter anderem von der  Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers und dem katholischen Rundfunkreferat des Erzbistums Hamburgs. Sie will Besuchern die Faszination und Kraft des Gebets vermitteln und gibt dazu hilfreiche Tipps, wie das Beten gut funktionieren kann. Feste Tageszeiten werden empfohlen, um zur Ruhe zu kommen. Morgens, vor dem Essen oder abends, kurz bevor man ins Bett geht. Dabei kann es auch hilfreich sein, die Bibel zur Hand zu nehmen und in ihr zu lesen. Für viele Gläubige, für die das Beten seit Kindheitsbeinen zur alltäglichen Praxis gehört, Routine.   

Keine Angst vor dem Gespräch mit Gott

Screenshot der Seite wie-kann-ich-beten.de

Neben theologischen Aufsätzen über das Beten oder ausgewählten Heiligengebeten erfährt der Besucher auch noch von prominenten „Betexperten“ wie dem Hamburger Erzbischof Werner Thissen oder der ehemaligen Landesbischöfin Margot Käßmann, was es mit dem Beten ihrer Meinung nach auf sich hat. Klare Botschaft der – auch anspruchsvoll gestalteten – Seite: Das Gebet ist vor allem eins, das vertraute Gespräch mit Gott. Man braucht also keine Angst, keine Scheu davor zu haben. Dieses Vertrauen auf Gott im Gebet hat Jesus vorgelebt. Er nennt Gott „Abba“ – Vater. Im Markus-evangelium sagt er: „Bei allem, was ihr im Gebet erfleht, sollt ihr glauben, dass ihr es bereits empfangen habt – und es wird euch zuteil werden.“

Dass das Gebet zum vertrauten Gespräch wird, dazu wollen neben wie-kann-ich-beten.de auch noch andere Seiten wie beispielsweise katholisch.de beitragen. Schaut man auf die Vielzahl der Angebote rund ums Beten wird schnell klar, dass das Gespräch mit Gott mittlerweile auch seinen festen Platz am Bildschirm und im Internet gefunden hat. Auch hier tragen die Menschen ihre Gebete vor Gott. Viele Orden bieten auf ihren Webauftritten deshalb die Möglichkeit an, eigene Fürbitten zu veröffentlichen. Diese werden dann von den Ordensschwestern oder -brüdern im Gebet vor Gott getragen. Ähnlich funktioniert auch die Seite amen.de. Hier wollen die Verantwortlichen ein unsichtbares Netz aus Gebeten ausbreiten. Der besondere Clou: Die Fürbitten werden nicht einfach online ausgestellt, sondern ausgesuchten Personen persönlich übersandt. Diese „Beter“ schließen das Anliegen dann mit in ihr Gebet ein.

Nett ist auch ein Gebetsangebot auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Nutzer dieses Angebots erhalten jeden Tag um die Mittagszeit ein kurzes Gebet zugesandt. Motto des Ganzen: „Nachtisch für die Seele“. Und wer mag schon keinen Nachtisch?

Im Internet gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Gebetsseiten. Hier noch eine kleine Auswahl:

  • www.wie-kann-ich-beten.de gibt hilfreiche Tipps zum Beten und bietet auch die Möglichkeit, eigene Gebete zu veröffentlichen.
  • www.katholisch.de informiert über die Geschichte des Betens, über unsere wichtigsten christlichen Gebete und die Rituale, die dazugehören. 
  • www.kindergebete.de ist eine liebevoll gestaltete Seite, die viele Tipps und Anregungen zum Beten mit Kindern bereithält.
  • Bei www.amen.de werden die eingesendeten Bitten, von ausgesuchten „Betern“ mit ins Gebet genommen. 
  • Bei twitter.com/twittagsgebet.de erhält der Nutzer jeden Tag ein kurzes Gebet zur Mittagszeit.

Ihr Webreporter Daniel Gerber