20.10.2013

Ratgeber im Internet über Pflege daheim

Wenn es allein nicht mehr geht

Wie kann ich auch im hohen Alter noch in den eigenen vier Wänden bleiben? Wie läuft das mit der Pflegeversicherung ab? Wie hebe ich Oma vom Bett in den Rollstuhl? Gute Antworten auf diese Fragen können Ratgeber zur Pflege zu Hause geben.

Screenshot der Seite pflege-daheim-statt-heim.de

Rosemarie S. hat es nicht mehr allein geschafft. Angefangen hat es mit dem Kochen, das nicht mehr klappte. Deshalb kam „Essen auf Rädern“. Dann ist sie zweimal gestürzt. Auch das Waschen und der Gang zur Toilette wurden zur Kraftanstrengung. Die 84-jährige Witwe spürte: „Ich brauche Hilfe. Es geht nicht mehr.“

Ihre beiden Töchter hatten ihr schon Monate im Ohr gelegen. „Mama, wir müssen etwas machen, du kannst das nicht mehr“, hatten sie zu ihr gesagt. Sie hatte den Kopf geschüttelt. Sie wollte keine Hilfe. „Ich schaffe das gut“, hatte sie gesagt. Vor allem weil sie Angst hatte. Angst vor dem Heim. „Ich will in meinem Haus bleiben. Hier lebe ich seit fünfzig Jahren. Ich bleibe auch hier.“ Geistig ist die ehemalige Grundschullehrerin noch fit, aber immer schlechter zu Fuß. „Körperlich hat sie im letzten Jahr stark abgebaut“, sagt eine ihrer Töchter.

Vor zwei Monaten trat der Familienrat zusammen. Rosemarie S., ihre beiden Töchter, der Schwiegersohn. Klar war allen: So geht es nicht weiter. Die Frage: Was tun? Hilfe durch einen ambulanten Pflegedienst? Heim? Eine Pflegerin aus Polen? 

Über zwei Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig

Es war eine Situation, die viele ältere Menschen und ihre Angehörigen kennen. Was tun, wenn es im Alter alleine nicht mehr geht?  Über zwei Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig. Ein Drittel von ihnen wird in Heimen gepflegt. Die anderen zwei Drittel werden zu Hause versorgt. Oft ausschließlich von den Angehörigen. 

Bei der Frage, wie diese Pflege zu Hause am besten gestaltet werden kann, können Ratgeber im Internet hilfreiche Tipps geben. Beispielsweise die Seite pflege-daheim-statt-heim.de.

Wenn es daheim alleine nicht mehr geht,
ist Hilfe angesagt. Foto: imago

Die Seite richtet sich vor allem an Angehörige, die einen Überblick über das Thema „Pflege“ brauchen. Der Webauftritt ist das Onlinependant zu dem Ratgeberbuch „Pflege daheim“ von Herrmann Bierlein. Auf der Internetseite werden Fragen beantwortet, wie: Wie kann ich die Pflege finanzieren? Was ist rechtlich erlaubt? Auf was sollte ich bei mobilen Pflegediensten achten? Buch und Onlineauftritt wurden aus eigener Erfahrung geschrieben. Vier Jahre lang wurde die Schwiegermutter von Hermann Bierlein in ihren eigenen vier Wänden durch Betreuerinnen aus Osteuropa betreut und gepflegt. Einen Schwerpunkt legt die Seite dementsprechend auch auf das Thema „Pflegekräfte aus Osteuropa“. Gerade für Menschen mit Demenzerkrankung kann diese 24-Stunden-Betreuung die perfekte Lösung sein. „Für unsere Oma und die Angehörigen war das der richtige Weg“, schreibt jedenfalls der Autor zum Schluss seines Buches.

Musterbriefe und Checklisten

Um die richtige Vermittlungsagentur und die richtige Betreuerin zu finden, gibt es auf der Seite zwei Checklisten, die einem die Entscheidung leichter machen können.  Ebenso hilfreich ist ein Musterbrief, wenn man die Pflegestufe für die Angehörige beantragen möchte.

Rosemarie S. wohnt weiter daheim. „Uns war klar, dass sie zu Hause bleiben muss, sonst verwelkt sie wie eine Blume“, sagt ihre Tochter. Jetzt kommt zweimal am Tag ein ambulanter Pflegedienst. Mittags schaut eine Nachbarin vorbei. Am Wochenende kümmern sich dann die Töchter und die Enkel um ihre Mutter und Oma. „Es ist ein Kraftakt“, sagt die Tochter. Auch ein Treppenlift wurde eingebaut. Rosemarie S. ist glücklich. „Hier ist es am schönsten.“

Ihr Webreporter Daniel Gerber

 

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