18.05.2022

Da steht ein Pferd auf dem Flur

… ein richtiges Pferd auf dem Flur: Im Wohn- und Pflegeheim St. Vincenz in Rendsburg war kürzlich tierisch was los. Das Mini-Shetty Lilly war zum zweiten Mal zu Besuch – sehr zur Freude der Bewohner des Caritashauses.

Pony Lilly besucht die Bewohner des Altenheimes auf dem Zimmer.
Thomas Petersen besuchte mit Lilly auch zwei Bewohner auf ihren Zimmern. Obwohl Lilly die Zunge wie ein Hund rausstreckt, gehört sie zu den Mini-Shettys. Foto: Marco Chwalek

Ob sich die bald 18-jährige Lilly an ihren Besuch im November noch erinnern konnte, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen. Ganz sicher aber konnten sich jene Bewohner gut erinnern, die bei der Gelegenheit schon mal Kontakt mit dem sehr kleinen Pferd hatten, das eine Schulterhöhe von nur wenig mehr als 80 Zentimeter aufweist. 

Während das Mini-Shetty, wie die englische Zuchtform eines Shetlandponys korrekt genannt wird, beim letzten Mal vor allem im Wohnbereich durch die Gänge trabte, wurde das Treffen diesmal im Gartenbereich organisiert. „Wir freuen uns, dass wir mal wieder draußen etwas machen können“, so Thomas Petersen, der die soziale Betreuung im St. Vincenz leitet. „Viele der Bewohner haben einen Bezug zu Tieren. Das hat etwas mit Erinnerungsarbeit zu tun, mit der persönlichen Biographie“, weiß er zu berichten. In der Vergangenheit waren auch schon mal Kaninchen und Hunde zu Besuch, doch so ein Pony, das ist schon ganz etwas Besonderes, eine Attraktion. Einen ganzen Nachmittag sei Lilly im November zu Besuch gewesen. „Das haben wir nicht so oft“, sagt Petersen. Entsprechend groß war die Vorfreude bei einigen Bewohnern.

„Ich habe mich so darauf gefreut, schon heute Mittag“, erzählt Agnes Dombrowski. Die 90-Jährige hat „keine Angst vor großen Tieren“. „Es ist ein Erlebnis, so ein lebendiges Tier zu streicheln, so ein großes Tier“, sagt sie. Und: „Ich hatte früher bloß einen kleinen Wellensittich – und der ist mir weggeflogen.“

Auch Andreas Fleischmann zeigte sich begeistert vom Besuch des Mini-Shettys. „Ich bin total tierlieb. Ich bin damals mit zwei Hunden groß geworden, weil mein Vater Jäger war“, erinnert sich der 57-Jährige, der früher sogar für eine Tierschutzorganisation gearbeitet hat.

Der für die soziale Betreuung zuständige Thomas Petersen findet es besonders positiv, dass das Mini-Shetty auch diesmal zwei Zimmerbesuche bei bettlägerigen Bewohnern absolvierte: „Im Zimmer, am Bett mit dem Pony: schön, dass so etwas möglich ist.“ Dass die Bewohner sich auch auf den nächsten Besuch freuen werden, das ist für Petersen klar: „Ich glaube, die haben sie so ein bisschen in Herz geschlossen, die Kleine hier.“ Sagt er und fährt Lilly durch die Mähne.

Text: Marco Chwalek und Marco Heinen