20.04.2022

Dem Glauben auf der Spur

An die 80 Menschen haben bei der Aktion „Glaube unterwegs“ der Pfarrei Herz Jesu in Rostock an den Fastensonntagen teilgenommen. Gemeinsam sind sie eine Wegstrecke gegangen und haben über die eigene Spiritualität gesprochen. 

Michael Feller mit rotem Schirm
Michael Feller mit dem roten Schirm, dem Erkennungszeichen für alle Teilnehmer. Foto: privat

Die Idee für „Glaube unterwegs“ stammte von Michael Feller. Der Pastoralassistent wollte gerne etwas anbieten, das corona-unabhängig ist. „Draußen konnte man sich ja immer treffen, teilweise sogar ohne Maske.“

Vielleicht wäre Feller ohne Corona gar nicht auf dieses Projekt gekommen. Eine Sache, für die er dankbar ist. Das gemeinsame Gehen öffne eine ganz andere Möglichkeiten sich zu begegnen, erzählt Feller. „Alle schauen in eine Richtung und man kommt dabei gut ins Gespräch, kann sich aber auch absondern, wenn man ein Stück für sich sein will.“ Es sollte vor allem ein niederschwelliges Angebot sein, so Michael Feller, der damit insbesondere kirchenferne Menschen ansprechen wollte. Das sei nicht geglückt. „Im Prinzip waren alle, die mitgemacht haben, getauft“, erzählt er und lacht. Dennoch sei es ein gelungenes Angebot gewesen. „Allen die dabei waren, hat es gut getan.“ 

Startpunkte für „Glauben unterwegs“ waren Rostock, Graal-Müritz, Warnemünde, Tessin und Kühlungsborn. Eine Stunde gehen und ins Gespräch kommen, war das Ziel. Dabei sei es nicht um Gott und Kirche gegangen, sondern um Spiritualität und was sie für jeden Einzelnen bedeute, erklärt der Pastoralassistent. „Es gab zum Beispiel ganz bewusst kein Gebet“, so Feller. „Es sollte eine positive Erfahrungsmöglichkeit mit Kirche sein, ohne jemandem etwas aufzudrücken.“ Als Erstes lauschten die Teilnehmer der Geschichte vom Suchenden (Jorge Bucay), und so war bereits der erste Impuls gesetzt, „nämlich dass wir auf der Suche nach glücklichem Leben sind.“ Es folgten Atemübungen und Erdung, Zeiten des Schweigens und des Gesprächs. Auch das Thema Dankbarkeit war ein Thema auf diesem Weg. „Wir haben die Dinge in den Blick genommen, für die es schwerfällt, dankbar zu sein“, erzählt der Pastoralassistent. Er hat „Glaube unterwegs“ im Rahmen seiner Ausbildung angeboten, könnte sich aber gut vorstellen, die Aktion zu wiederholen. „Meine Ausbildung endet aber zum 31. Juli“, so Michael Feller, „deshalb kann ich dazu nichts sagen.“ Doch bis dahin ist noch Zeit. 

Die nächste Aktion: „Pfingstchallenge“ 

Und Feller plant schon neue Aktionen. So soll es eine pfarreiübergreifende Pfingstchallenge geben. „Neun Tage vor Pfingsten beginnen wir durch körperliche und geistige Übungen, dem heiligen Geist auf die Spur zu kommen.“ Das könnte etwa durch eine kalte Dusche sein, durch Fasten von sozialen Medien, Gebetszeiten oder sieben Stunden Schlaf. Feller sieht dem Projekt, an dem auch Bianca Leinung-Holtfreter von der Pfarrei Franz von Assisi in Kiel und Daniel Gösele von der Pfarrei St. Franziskus in Hamburg mitwirken, mit viel Vorfreude entgegen. „Es soll eine richtige Glaubens-Challenge für junge Leute sein.“ Sicher ist, auch diese Aktion wird den Glauben beleben. Feller mag es gerne heiter. So hat er auch seine Aktion „Glaube unterwegs“ immer mit dem Thema Freude beendet: „Wir haben uns Witze erzählt und sind jedes Mal lachend auseinander gegangen“, erzählt er. Zum Beispiel diesen Witz hier: Wie heißen die Fussballschuhe von Jesus? Christstollen.

Text: Katja Schmid