18.08.2021

Der Gottesmutter zu Ehren

Zum 15. Mal fand am vergangenen Wochenende die Marienwallfahrt von Witzeeze nach Büchen statt – am Vorabend von Mariä Himmelfahrt.

Rosa Isabel Hübner trug die Marienstatuette nach der Statio an der Eiche kurz vor dem Ortseingang von Büchen zur Marienkapelle

Rosa Isabel Hübner trug die Marienstatuette nach der Statio an der Eiche kurz vor dem Ortseingang von Büchen zur Marienkapelle, wo der Gottesdienst gefeiert wurde. Foto: Marco Heinen

Würde es regnen oder nicht? Wer einen längeren Anfahrtsweg an den Elbe-Lübeck-Kanal hatte, durfte am Samstag vor Mariä Himmelfahrt wegen dunkler Wolken durchaus in Sorge sein. Doch weder Petrus noch Maria ließen die Pilger bei der 15. Auflage der Marienwallfahrt im Regen stehen. Angenehme Temperaturen und ein leichter Wind boten beste Voraussetzungen. Und so machten sich die Gläubigen nach einer Begrüßung durch Pfarrer Markus Diederich am Samstag­nachmittag mit Liedern und Gebeten auf den Weg von der Schleuse in Witzeeze entlang am Elbe-Lübeck-Kanal nach Büchen. Nahmen coronabedingt im vergangenen Jahr nur etwa 50 Pilger teil, waren es in diesem Jahr 70, darunter viele, die schon seit vielen Jahren mitgehen.

So wie Susan Schwartz aus Stelle im Bistum Hildesheim. „Wir sind den Geesthachtern und Büchenern sehr verbunden“, erzählt sie bei einer Pause an der Eisenbahnbrücke kurz vor Büchen, über die alle paar Minuten ein ICE oder Güterzug rollt. Diese Verbundenheit kommt unter anderem dadurch zum Ausdruck, dass die Hildesheimer immer die kleine Marienstatuette mitbringen, die zusammen mit dem Kreuz vorneweg getragen wird.

Stets mit dabei ist auch Inge Schröder aus der Gemeinde Büchen, die zur Pfarrei Heilige Elisabeth gehört. Inge Schröder gehört zu den Ehrenamtlichen, die sich das ganze Jahr über um die kleine Marienkapelle bemühen. „Es ist ein Kleinod und sie liegt uns sehr am Herzen“, sagt die Seniorin und man merkt, dass es ihr damit sehr ernst ist.

Ein Teilnehmer hatte einen besonders langen Anfahrtsweg, nämlich der Kölner Rudolf Olsen. Der hatte vor einiger Zeit zufällig in Lauenburg eine Ankündigung für die Wallfahrt gesehen und kam nun aktuell aus Berlin, wo er zu tun hatte. Abends hatte er sich noch in einen langen Stau gestellt, der sich erst spät auflös­te. Glücklicherweise hatte Olsen  einen Schlafsack dabei. „Da habe ich in der freien Natur übernachtet. War aber sehr schön“, erzählt er. Seine Verbundenheit zur Region rührt aus seiner Kindheit her, als er im Örtchen Siebeneichen zur Schule gegangen war.

Fast 100 Gläubige beim Gottesdienst im Garten

Eine besondere Beziehung zur Marienwallfahrt hat auch ein älterer Mann aus der Gemeinde, der seinen Namen nicht unbedingt in der Zeitung lesen will. Er ist gebürtig aus Oberschlesien und geht seit Jahren immer im Gedenken an seine vor nunmehr genau acht Jahren verstorbene Mutter mit, die als fromme Frau täglich mehrfach den Rosenkranz betete.

Angekommen an der Marien­kapelle wurde noch die Vor­abendmesse vorbereitet, die zum Schutz vor Corona (und angesichts von nunmehr fast 100 Gläubigen) im Garten gefeiert wurde und an die sich ein Beisammensein mit einem Teller Suppe anschloss.

Text u. Foto: Marco Heinen