24.06.2020

Es gibt wieder Firmungen

Ab März mussten alle Firmungen im Erzbistum Hamburg verschoben werden. Jetzt werden sie nachgeholt. Allerdings mit vielen Einschränkungen. Und wegen der Corona-Regeln gibt es so viele einzelne Feiern wie noch nie. 

Jugendliche werden von Weihbischof Eberlein gefirmt
Kreuzzeichen, Handauflegung, Salbung mit Chrisamöl. Weihbischof Horst Eberlin spendet die Faufe für Erwachsene zu Pfingsten 2017.  Archivfoto.

Die ersten Firmungen werden am 8. August in St. Antonius in Hamburg-Winterhude und in Rostock stattfinden. In Winterhude wird Pastor Dr. Pavlo Vorotnjak die Firmung in zwei Feiern spenden, um 10 Uhr und um 12 Uhr. In Rostock gibt es am gleichen Tag sogar vier Feiern. Um 14 Uhr mit Kaplan Keiss, um 15.15 Uhr und 16.30 Uhr mit Weihbischof Horst Eberlein und um 15 Uhr mit Pfarrer Dietmar Wellenbrock. 

Man sieht: Alles ist anders als gewohnt. Die Corona-Regeln lassen nur wenige Teilnehmer und Gäste zu. Es gibt keine große Firmfeier mit Gemeinde, die Firmung wird deshalb in viele kleinere Feiern aufgeteilt. „Wir haben alle Pfarreien angeschrieben und nach ihren Wünschen gefragt“, sagt Weihbischof Horst Eberlein.

Nähe lässt sich nicht vermeiden

Das Ergebnis: Einige werden in den größeren evangelischen Kirchen zu Gast sein, und alle stehen vor der Frage: Macht man Feiern mit wenigen Firmlingen, von denen jeder etwa zehn Familienmitglieder und Gäste mitbringen kann, oder Feiern mit einer kleineren Zahl von Gästen und einer größeren Zahl von Firmlingen? 

Normalerweise spendet ein Bischof die Firmung. Da es aber in der nächsten Zeit überall im Bistum sehr viele Firmfeiern gibt, delegiert der Bischof die Spendung an die Pfarrer – so wie es bereits bei den Erwachsenentaufen üblich ist. Das ist eine von mehreren Notlösungen unter Krisenbedingungen. Denn wie in jedem Gottesdienst gelten die Abstandsregeln, es wird nicht gesungen, die Firmung ist oft in einen Wortgottesdienst eingebettet. „Auch die Gesprächsrunde der Jugendlichen mit dem Bischof wird kaum möglich sein“, bedauert Weihbischof Eberlein.

Trotz der ungewöhnlichen Umstände freut er sich auf die Fahrt nach Winterhude, nach Rostock und eine Woche später nach St.Peter-Ording und Husum. „Ich halte es für wichtig, dass man in den Gemeinden ist, mit ihnen Gottesdienst feiert und etwas von ihnen erfährt. Dass ein Bischof kommt, ist für mich auch ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber denen, die sich in der Firmvorbereitung engagieren.“ 

Noch nicht ganz klar ist, wie der Ritus der Firmung gestaltet wird. Das Sakrament verlangt die Zeichen der Handauflegung und der Salbung mit Chrisamöl, mit dem der Bischof den Firmlingen ein Kreuz auf die Stirn zeichnet. Horst Eberlein: „Wir müssen auf Desinfektion achten, aber es wird sich nicht vermeiden lassen, dass der Firmspender sich dem Firmling nähert.“ Seit der vergangenen Woche gibt es eine Liste mit Firmterminen für die nächsten Monate. Die Liste ist lang, denn allein von der ersten Jahreshälfte ist ein großer „Stau“ abzuarbeiten.

Text: Andreas Hüser