05.10.2022

Hungertücher zu Einkaufstaschen

In der Pfarrei Heiliger Martin werden aus alten Hungertüchern Taschen genäht – und beim Basar gegen eine Spende für Misereor abgegeben.

Katharina Hochhaus (li.) und Katharina Schulte präsentieren selbstgenähte Taschen und Beutel. | Foto: privat

Die Hungertücher von Misereor sind eine tolle Sache. Künstlerisch und inhaltlich erzählen sie zwar eher von dem, was auf der Welt nicht gut läuft, doch die Motive und Farben sind echte Hingucker. Und sie sind eigentlich viel zu schade, um sie nach Gebrauch einfach nur abzuhängen, in einen Karton zu legen und in irgendeiner Ecke der Pfarrei verstauben zu lassen. So ähnlich dachte es sich auch Katharina Hochhaus, Referentin für lebenslanges Wachsen im Glauben in der Pfarrei Heiliger Martin, als sie kürzlich auf ein gutes halbes Dutzend Hungertücher aus vergangenen Jahrzehnten stieß.

„Die lagern irgendwo, aber man macht ja nichts mehr damit“, so Hochhaus, die gleich eine Fahndung nach weiteren Hungertüchern in den anderen Gemeinden der Pfarrei einleitete und ziemlich schnell rund 30 Tücher zusammenbekam. Ihre Idee: Aus den alten Hungertüchern lässt sich noch etwas Tolles machen, das sich gegen eine Spende abgeben lässt, so dass von den Hungertüchern wieder ein Stück weit etwas an Misereor zurückgegeben werden kann.

Hochhaus, die nach eigener Einschätzung nicht die Handarbeit in Perfektion erfunden hat, suchte den Kontakt zu Katharina Schulte, einer passionierten Näherin aus der Pfarrei. Diese nahm den Gedanken auf, aktivierte Leute aus ihrem Nähkurs, die im Übrigen sonst eher wenig mit Kirche zu tun haben, und schon ging es los mit der großen Nähaktion zugunsten von Misereor.

Hochhaus gab auch noch ein bisschen Jutestoff dazu, den sie übrig hatte. Super, meinte Katharina Schulte, Jute passe hervorragend zu den Hungertüchern. Und so organisierte Katharina Hochhaus dann noch ein paar ausrangierte Kaffeesäcke der Röstlich Coffee Brothers, einer kleinen Rösterei aus Uetersen. Das Ergebnis der Aktion kann sich schon jetzt sehen lassen. Es sind kleine sogenannte Utensilos (kleine Körbchen für Krimskrams), Kosmetiktäschchen, Einkaufsbeutel und andere Dinge entstanden, die beim Adventsbasar am Wochenende vom 19./20. November in Quickborn gegen eine hoffentlich großzügige Spende für Misereor abgegeben werden. (hix)