14.07.2021

Jetzt fehlen nur noch die Gläubigen

In Neumünster ist die Pfarrkirche St. Maria - St. Vicelin für eine Million Euro saniert worden. Vor allem Feuchtigkeitsschäden zehrten an der Substanz. Gemeindemitglieder spendeten fast 130 000 Euro.

Wolfgang Fricke (li.) und Pfarrer Peter Wohs zeigen stolz die renovierte Kirche.
Wolfgang Fricke (li.) und Pfarrer Peter Wohs zeigen stolz die renovierte Kirche. Foto: Marco Heinen

Wenn an diesem Sonntag in Neumünster die Glocken läuten, können die Katholiken der Pfarrei Seliger Eduard Müller erstmals seit einem halben Jahr wieder zum Gottesdienst in ihre Pfarrkirche St. Maria - St. Vicelin gehen. Gottesdienste waren in den vergangenen Monaten in der evangelischen Vicelinkirche und später dann im benachbarten Eduard-Müller-Haus gefeiert worden. Nun würden nur „noch ganz paar Kleinigkeiten“ fehlen, wie Pfarrer Peter Wohs es am vergangenen Montag ausdrückte, als er gemeinsam mit Kirchenführer Wolfgang Fricke und Pas­toralmitarbeiter David Dudyka Journalisten die Kirche zeigte. 

Im August 2020 war mit der Planung begonnen worden, zum Herbst fanden erste Arbeiten statt. Es wurde eine behindertengerechte Rampe am Seiteneingang gebaut. Vor allem aber bereiteten Feuchtigkeitsschäden am Mauer­werk Sorge. Ziegelsteine mussten getauscht und Risse verschlossen werden. Besonders auf der Wetterseite hatte die 1893 errichtete Kirche Schaden genommen, so dass innen feuchte Stellen sichtbar wurden. Entsprechend wurden dort Weißflächen gestrichen und außerdem Wandmalereien gereinigt. Gereinigt wurden auch die Holzdecke, der Marienaltar und der Hauptaltar, wobei die Restauratorinnen Schäden wie einen abgebrochenen Engelsflügel und eine fehlende Lanze zu beklagen hatten. Den ziemlich dunkel gewordenen Kreuzweg – Gemälde vom helle Töne bevorzugenden Maler Augustin Kolb (1869-1942) – frischten die Spezialistinnen ebenfalls wieder auf. 

Besonders aufwendig war der Ausbau, die Reparatur und Reinigung aller Fenster, die zum Schutz außen mit einer Doppelverglasung versehen wurden. Für die Motivfenster fanden sich mühelos Paten, darunter die örtliche Kolpingsfamilie, die Kosten für ein Fenster übernahm. Insgesamt darf sich die Pfarrei über fast 130 000 Euro Spenden freuen. Unterm Strich belaufen sich die Kosten auf gut eine Million Euro, etwas mehr als geplant. Die Hälfte der Kosten trägt das Bistum. Unterstützung kommt vom Bonifatiuswerk sowie von Stiftungen wie etwa der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Den Rest muss die Pfarrei selbst finanzieren.

Die neu gestaltete Emmaus-Kapelle, die künftig Eduard-Müller gewidmet wird, soll am 12. September gesegnet werden.

Text u. Foto: Marco Heinen