02.06.2021

Kieler Studentenheim wird geschlossen

Nach dem Edith-Stein-Haus in Parchim wird nun das zweite kirchliche Haus im Norden wegen der hohen Kosten geschlossen: das katholische Studentenheim Haus Michael in Kiel. Es soll aber Ersatzlösungen geben. 

Außenansicht von Haus St. Michael in Kiel
Das traditionsreiche Haus Michael in Kiel. Im Frühjahr 2022 soll es geschlossen werden. Foto: Marco Chwalek

Aufgrund zu hoher Sanierungs- und Instandhaltungskosten wird das Studierendenwohnheim Haus Michael zum 31. März 2022 schließen. Das hat das Erzbistum Anfang der Woche mitgeteilt. Das Haus wurde 1951 von Franziskanern mitten in einem Kieler Villenviertel nahe der Förde gebaut. Träger ist heute der Erzbischöfliche Stuhl Hamburg.

Das Gebäude in der Kieler Reventlouallee wird in diesem Jahr 70 Jahre alt. „Vieles müsste im Haus Michael erneuert werden. Insbesondere beim Brandschutz, bei Rettungswegen und bei der Elektronik des Hauses müssten wir in den nächsten Jahren viel Geld investieren. Das können wir uns aufgrund der finanziellen Lage des Erzbistums nicht mehr erlauben“, erläutert Generalvikar Ansgar Thim die Entscheidung. In einem Brief an alle Bewohner erinnert der Generalvikar an die Anfänge von Haus Michael. „Mit dem Bau eines Wohnheims für katholische Studierende haben die Franziskaner Anfang der Fünfzigerjahre einen starken Akzent in Kiel gesetzt. Sie haben damit jungen Erwachsenen einen Anker im Glauben während des Studiums gegeben“, so Ansgar Thim.

Neues Konzept für Studentenseelsorge 

Nach dem „Rückbau“ des Gebäudes werde die Bistumsleitung über die künftige Nutzung des Grundstücks nach den Regeln der bistumsweiten Vermögens- und Immobilienreform (VIR) entscheiden. Dabei sollen neben den wirtschaftlichen Möglichkeiten auch pastorale Gesichtspunkte berücksichtigt werden. Zusammen mit der Kieler Pfarrei Franz von Assisi prüft das Erzbistum eine neue Lösung für ein Wohnheim im Kieler Stadtgebiet. Auch soll die Arbeit der Katholischen Studierendengemeinde (KSG) am Universitätsstandort Kiel weiterentwickelt werden. Für die Erarbeitung eines Konzepts hat der General­vikar den Kieler Propst Dr. Thomas Benner beauftragt, eine Arbeitsgruppe zu bilden. Noch vor den Sommerferien wird die Gruppe die Arbeit aufnehmen. 

Die Heimat der Katholischen Studierendengemeinde (KSG) wird bis auf weiteres an der Props­teikirche St. Nikolaus sein. Hier finden bereits regelmäßig Angebote (donnerstags, 19 Uhr) 

Text: kpi