28.10.2020

Kleiner und kürzer, dafür öfter

Weihnachten in Coronazeiten – wie kann das Fest noch in Gemeinden, zu Hause und öffentlich gefeiert werden? Ein Projekt-Team des Erzbistums hat dazu Ideen entwickelt, die nun auf einer Website zusammengestellt wurden.

Weihnachtsstimmung vor dem St. Marien-Dom
Weihnachtsstimmung vor dem St. Marien-Dom in Hamburg – diesmal wird sie anders ausfallen als in den vergangenen Jahren. Foto: Karina Matussek

Wie können Advent und Weihnachten in dieser Corona-Zeit gefeiert werden? St. Martin, Nikolaus und das Krippenspiel: Sind dabei die Hygienevorschriften einzuhalten? Und wie können wir für die Menschen da sein, die kaum oder gar nicht mehr in der Lage sind, das Haus zu verlassen? Die Website www.erzbistum-hamburg.de/weihnachten gibt Antworten auf diese und ähnliche Fragen. Zusammengestellt hat sie ein eigens dafür geschaffenes Projekt-Team der Pastoralen Dienststelle, das sich um die Gestaltung der Weihnachtszeit im Bistum kümmert.

Adventskaraoke, Texte für Alltagsexerzitien

Für jeden Zeitraum, beginnend mit St. Martin und der Adventszeit bis hin zum Drei-Königs-Tag und der Taufe Jesu werden darauf Ideen präsentiert, wie Gemeinden, vor allem aber auch Gläubige zuhause feiern können. So gibt es beispielsweise ein Kalenderblatt zur Challenge des Tages, Texte und Lieder für Alltagsexerzitien oder Hinweise auf Fernsehsendungen. Auch finden sich Informationen rund um Termine für Online- und Radiogottesdienste. Eine besondere Aktion wird das Adventskaraoke sein. Dabei wird die instrumentale Begleitung zu Liedern aus dem Gotteslob geboten und so zum Mitsingen motiviert. 

Neben digitalen Formaten werden viele Anregungen für Präsenzveranstaltungen unter freiem Himmel gegeben. Dazu gehört zum Beispiel die Aktion Lichtbringer, bei der ein kleiner Chor herumzieht und an verschiedenen Orten Weihnachtslieder singt. „Was wir an Tradition haben, wollen wir rausbringen“, sagt Norbert Hoppermann, Fachbereichsleiter Kirchenmusik und Mitglied der dreiköpfigen Projetgruppe. „Natürlich stellt sich die Frage: Wer macht da
mit?“ Das gilt für viele Vorschläge. Viel sollte nach Auffassung des Teams draußen und in kleineren Gruppen stattfinden. „Dafür wollen wir dahingehen, wo die Leute sind. Das kann vor einer Kirche, aber auch vor einem Supermarkt sein“, sagt Thomas Kroll, Stabsstellenleiter Experimentelle Wege der Pastoral. 

Messen auch nach draußen verlagern

Das soll auch für die Weihnachtsmessen gelten. „Wir empfehlen, die Messen kleiner und kürzer zu halten und dafür mehrere zu veranstalten“, sagt Daniela Braker, Fachbereichsleiterin Ausbildung für ehrenamtliche liturgische Dienste. Damit solle ermöglicht werden, dass trotz Corona viele Menschen die Messe an Weihnachten feiern könnten. Sollte es zu weiteren Beschränkungen kommen, könnten weniger Menschen den Gottesdienst besuchen. Hinzu kommt: Es ist angesichts steigender Infektionen mit dem Corona-Virus ungewiss, wie Gottesdienste in der Weihnachtszeit musikalisch gestaltet werden können. „Ich kann mir vorstellen, dass man die Messen zum Teil drinnen und draußen feiert“, sagt Thomas Kroll. „Eine kurze Messe mit Chor oder Instrumenten in der Kirche und eine kurze danach draußen.“ In der Zeit würde gelüftet werden und andere Gläubige könnten sich in der Kirche auf die nächste Messe vorbereiten. Laut Kroll scheinen einige Gemeinden überlegt zu haben, dieses Jahr ihre Krippe oder einen Baum mit Ikone draußen aufzustellen, um nach der Messe die Möglichkeit zu haben, noch ein wenig zu singen. Allerdings: „Die Idee mit den mehreren kleinen Messen ist bei den Gemeinden noch nicht so auf Begeisterung gestoßen“, sagt Braker. 

Schlussendlich ist es den Gemeinden überlassen, welche Ideen des Projekt-Teams sie umsetzen. Weitere Einfälle für Aktionen sind gern willkommen. Anregungen nimmt Daniela Braker entgegen: E-Mail: braker@erzbistum-hamburg.de oder Telefon 040 /24877-229.

Text: Anna Neumann