27.04.2022

Ludwigslust bekommt Bahnhofsmission

Am Ludwigsluster Bahnhof hat lange Zeit das Rote Kreuz Reisenden Hilfe geleistet. Ab Juni wird es stattdessen eine neue Bahnhofsmission geben.  

Eine Mitarbeiterin der Bahnhofsmission verabschiedet Reisende am ICE
Eine Mitarbeiterin der Bahnhofsmission verabschiedet Reisende am ICE. So etwas soll es bald auch in Ludwigslust geben. Foto: Harald Oppitz/kna

An jedem wichtigen Bahnhof in Deutschland gibt es sie: gute Geister, die einen blauen Kittel tragen, darauf aufgestickt ein Kreuz mit gelbem Band in weißem Kreis – das Logo der Bahnhofsmission. Bahnhofsmissionen werden von der evangelischen und katholischen Kirche getragen. Sie helfen Menschen auf der Reise, Hilfebedürftigen, die auf Bahnhöfen stranden – oder begleiten Kinder, die ohne Eltern mit der Bahn unterwegs sind. 

In Ludwigslust wird demnächst eine neue Bahnhofsmission eröffnet. Der Ludwigsluster Bahnhof hat eine lange Geschichte. 1846 wurde er gebaut und gehört damit zu den ältesten Bahnstationen in Deutschland. In Ludwigslust halten ICE-Züge auf der Strecke Hamburg-Berlin, man kann ohne umzusteigen nach Cottbus, Dresden oder Prag fahren. Bisher hatte Ludwigslust keine Bahnhofsmission, dafür aber seit 70 Jahren einen Bahnhofsdienst des Deutschen Roten Kreuzes. Nach 23 Jahren schied aber die ehrenamtliche Aktive Christa Hamann altersbedingt aus. Ab Juni will die „Stiftung Sozial-Diakonische Arbeit – Evangelische Jugend“ mit einer Bahnhofsmission vor Ort sein. Partner sind die evangelische Stadtkirchengemeinde Ludwigslust, die evangelische Kirchenregion Ludwigslust-Dömitz, die Caritas im Norden und die katholischen Pfarrei Heilige Edith-Stein sowie weitere regionale Partner. 

Aktuell läuft die Suche nach ehrenamtlichen Mitarbeitern, berichtet Projektleiterin Marie-Claire Heuer. „Das DRK hat uns im Frühjahr 2021 angesprochen und gefragt: Ihr macht doch so etwas Ähnliches. Wir können es nicht mehr, wollt Ihr es nicht übernehmen?“ Die Antwort: „Auf jeden Fall. Wir hatten dort schon länger hingeschielt, wollten aber nicht als Konkurrenz auftreten“, so Marie-Claire Heuer. Das Team begrüßt jeden, der Interesse hat, unabhängig von Alter, Geschlecht und Religion. Zunächst bekommen die Freiwilligen eine Ausbildung. Am Bahnhof präsent sein und weiterhelfen, das ist die Absicht der Mission – auch wenn sie bescheidener sein wird als die Bahnhofsmissionen in den Großstädten wie Berlin. Marie-Claire Heuer: „Jeder Bahnhof ist anders. Wir sind nicht Berlin Bahnhof Zoo mit Suppenküche und Kleiderkammer. Bahnhofsmission kann aber auch anders sein. Wir sind erste Anlaufstelle und gucken, welche Unterstützung Menschen brauchen.“

Text: kb/epd/ah