26.02.2020

Meine Frage an Gott

Wo finden wir eigentlich Gott? Ist er im Himmel? Auf der Erde? Ist er bei mir und bei dir? Gibt es ihn vielleicht mehrmals? In der Ökumenischen Kinderwoche in Waren an der Müritz haben sich die jüngsten Christen diese Fragen gestellt. 

Kinder bei der Ökumenischen Kinderwoche in Heilig Kreuz in Waren
Was kann höher sein als Gott? Kindertag in der Heilig-Kreuz-Kirche Waren. Foto: Sophie Ludewig

„Gott wohnt im Himmel“, ist der Neunjährige überzeugt. Hermine (7) sieht das etwas anders. „Er ist überall. Und deshalb gibt es Gott, glaub‘ ich, mehrmals. Weil er ja bei jedem sein kann.“ Wo ist Gott? Das war eine der Fragen, mit denen sich die Teilnehmer der „Ökumenischen Kinderwoche“ in den Winterferien in Waren/Müritz beschäftigt haben. Jeden Morgen ging es los mit einer Andacht und einem kleinen Theaterstück in der katholischen Heilig-Kreuz-Kirche, danach konnten die rund 30 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren an vielen Aktionen in der evangelischen „Arche Schule“ teilnehmen. Es wurden Blüten gefilzt, Koffer gestaltet, Kerzen hergestellt oder gemalt – und viele Fragen gesammelt. Zum Beispiel, ob man mit Gott reden kann.
Jette weiß, wie das funktioniert: „Beim Beten kann man zu Gott sprechen. Das hört er dann und manchmal antwortet er auch.“ Dabei müsse man auch nicht unbedingt eine bestimmte Körperhaltung einnehmen, fügt die Neunjährige hinzu: „Man kann das einfach so machen, wie man möchte.“ Ob Gott alle Menschen lieb hat, wollten einige Kinder wissen. Die neunjährige Phine ist sich sicher, dass Gott jeden Menschen liebt. Tiffany nickt: „Er hat jeden Menschen lieb, ob groß oder klein, dick oder dünn.“
Phine ergänzt, dass Gott einen auch dann noch mag, wenn man mal etwas Gemeines getan hat. Denn: „Man kann sich ja bei Gott entschuldigen. Und ich glaube, er verzeiht einem dann noch mal.“ Bei der Suche nach einer Antwort auf ihre Fragen haben die Kinder viele biblische Geschichten gehört. Einige Teilnehmer der Kinderwoche haben auch eine Bibel zu Hause, so wie Leonhard. Ihm gefällt besonders die Geschichte von Noah, weil Gott darin die Tiere vor der Flut rettet. Phine mag diese Geschichte ebenfalls, aber aus einem anderen Grund: „Weil Gott den Menschen da zeigt, dass man lieb zueinander sein muss – sonst gibt es Ärger.“ 

Während Jette vor allem die Weihnachtsgeschichte gerne hört, ist Tiffany von der ganzen Bibel begeistert. „Ich finde alle Geschichten toll, auch wenn da so Sachen kommen mit töten oder so. Das ist doch spannend!“, meint die Neunjährige. Und wenn Hermine in ihrer Kinderbibel liest, dann landet sie oft bei der Schöpfungsgeschichte. Wie Gott die Erde und die ganzen Pflanzen, Tiere und Menschen geschaffen hat … „Und das Beste ist“, sagt sie lächelnd, „dass Gott da auch den Ruhetag erfunden hat.“ 

 Text u. Foto: Sophie Ludewig