18.07.2018

Trägerwechsel für die Lübecker Grundschule?

Neue Hoffnung für Johannes-Prassek-Schule

Bei der Lübecker Grundschule wird über einen Trägerwechsel von der Bernostiftung hin zum Jugendhilfeträger Kinderwege verhandelt. Allerdings gibt es noch einige Hürden. So muss das Bildungsministerium erst noch zustimmen.

Die 1900 erbaute alte Seefahrtschule am Travekanal in Lübeck
 Als mögliches Schulgebäude ist zum Beispiel die 1900 erbaute alte Seefahrtschule zwischen Travekanal und Wallstraße im Gespräch.  Foto: Marco Heinen

Noch ist kein Vertrag unterschrieben und viele Fragen gilt es noch zu klären, doch eine Rettung der Johannes-Prassek-Schule (JPS) in Lübeck rückt in greifbare Nähe. „Wir sind noch nicht am Ziel, aber wir sind auf einem guten Weg dorthin“, so Schulleiter Bernhard Baumanns.

Der gemeinnützige Jugendhilfeträger „Kinderwege gGmbH“, der in Lübeck mehrere Kitas betreibt, Schulkinder betreut und in der Kinder- und Jugendhilfe präsent ist, will die Trägerschaft  der katholischen Grundschule übernehmen. Bei einem Treffen mit Vertretern der Bernostiftung, der katholischen Pfarrei Zu den Lübecker Märtyrern, Vertretern aus Eltern- und Lehrerschaft und von Kinderwege wurden vor einigen Wochen konkrete Verhandlungen vereinbart. Allerdings gilt es noch einige Hürden zu überwinden.

Da ist zunächst die notwendige Anerkennung von Kinderwege als Schulträger durch das Kieler Bildungsministerium. Üblich ist dafür eine zweijährige Frist, in der ein Bildungsträger einen ordnungsgemäßen Betrieb nachweisen muss, bevor sich das Land an den Kosten beteiligt. Denkbar wäre, dass die Schweriner Berno­stiftung als derzeitiger Träger und Kinderwege zusammen eine gemeinnützige Gesellschaft gründen, in der die Bernostiftung als bereits anerkannter Träger die Mehrheit von 51 Prozent hält, während Kinderwege zunächst nur 49 Prozent übernimmt. Ob das Land dem zustimmen wird, ist allerdings noch offen. Wenn das Ministerium grünes Licht geben sollte, könnten die Zuschüsse weiter fließen. Später könnte dann der Anteil der Bernostiftung an der Kooperation zum Beispiel auf ein Fünftel verringert werden. Der Vorteil: Die JPS könnte weiter als katholische Schule geführt werden, was ohne katholische Beteiligung kirchenrechtlich nicht möglich wäre. Den Bezug zum „christlich-konfessionellen Charakter der Schule“ will Kinderwege-Geschäftsführer Joachim Karschny jedenfalls nicht aufgeben. Er sieht in der JPS überdies „eine ideale Ergänzung zu unserem Schwerpunktarbeitsfeld Schulkindbetreuung und Inklusion behinderter Kinder in Kita und Schule“, wie es in einer gemeinsamen Stellungnahme mit Schulleiter Baumanns heißt. 

Für Propst Christoph Giering ist es elementar, dass die Schule ein Ort kirchlichen Lebens bleibt, mit einer engen Anbindung an die Pfarrei und nicht nur mit Blick auf den Religionsunterricht. Vor allem aber braucht die JPS, die seit ihrer Gründung 2011 in provisorischen Containern untergebracht ist, endlich ein richtiges Schulgebäude. Gemeinsam mit der Stadt wird seit einiger Zeit nach geeigneten Räumlichkeiten gesucht.

Text u. Foto: Marco Heinen