07.07.2021

Neue Leitung für die Alimaus

Christine Meinlschmidt wird das Team der Tagesstätte für obdachlose und bedürftige Menschen künftig führen. Dort stehen Erneuerungen an in der Ausstattung und im Ausbau eines Netzwerks zu anderen Institutionen.

Christine Meinlschmidt vor dem Ansgardenkmal auf dem Domplatz in Hamburg
Leitet vom 15. Juli an die Alimaus: Christine Meinlschmidt. Sie verfügt über langjährige Führungserfahrung in Senioreneinrichtungen und hat sich ehrenamtlich auch in der Obdachlosenhilfe engagiert. Foto: Matthias Schatz

„Wir harmonieren sehr gut im Arbeitsstil“, sagt Christine Meinlschmidt über Pfarrer Kuno Kohn. Beide haben bislang zusammen die Weihnachtsfeier für Obdachlose im „Silbersack“ auf St. Pauli organisiert und mit rund 15 weiteren Helfern auf die Beine gestellt. Ein Grund mehr, dass die 47-Jährige sich auf ihre neue Aufgabe als Leiterin der Alimaus freut, die sie am 15. Juli antritt. „Es wird spannend, die Menschen dort kennenzulernen“, sagt sie.

Meinlschmidt übernimmt damit die bisherige kommissarische Tätigkeit in dieser Funktion von Kohn, der dem Träger der Tagesstätte für obdachlose und bedürftige Menschen, dem Hilfsverein St. Ansgar, vorsitzt. Am 1. August wird zur Einführung eine Segensfeier in der Alimaus stattfinden, natürlich in den von Corona gesetzten Grenzen.

Die Stelle war vakant geworden, nachdem Ende vergangenen Jahres der Vertrag mit Christiane Hartkopf nicht verlängert worden war. Zwischenzeitlich hatte Sr. Klarissa Watermann von den Dominikanerinnen von Bethanien die Leitung übernommen.

„Der Arbeitsbeginn von Frau Meinlschmidt fällt zusammen mit einer Verjüngung der Mitglieder im Hilfsverein St. Ansgar und vielfältigen Erneuerungen in der Ausstattung der Alimaus, insbesondere im Küchenbereich“, sagt Pfarrer Kuno Kohn. Wichtig werde es sein, sich wieder neu zu vernetzen mit anderen Institutionen und Trägern im kommunalen Bereich. 

Gottvertrauen, dass sich alles zum Guten wendet

Meinlschmidt ist das Umfeld der Alimaus auf St. Pauli vertraut. Denn sie wohnt nicht weit davon entfernt in Altona und arbeitete bislang auch in der Nähe, nämlich als Leiterin des Malterserstifts St. Theresien. „Dort waren auch Obdachlose untergebracht“, berichtet sie. Sie gehört zudem dem  Vorstand des Stadtteilrats Altona an, der pateilich ungebunden für einen Austausch zwischen Bürgern, Behörden und Politik sorgen möchte. 

Im niedersächsischen Delmenhorst geboren, studierte Meinlschmidt in Vechta Gerontologie, also die Wissenschaft vom Altern. Entsprechend war sie rund 20 Jahre in Senioreneinrichtungen wie etwa St. Theresien tätig, in denen sie sich auch eine große Expertise in der Führungsverantwortung erwarb. Zudem verfügt sie über eine Zusatzausbildung als Personalmanagerin. 

„Es muss auch immer Raum bleiben für alle, die in einer Organisation arbeiten“, sagt Meinlschmidt. Es gelte, Ideen zuzulassen, Talente herauszufinden und die Aufgaben entsprechend zu verteilen. Dass sie leidenschaftlich gerne kocht, mag zur Alimaus passen, die warme Mahlzeiten an Obdachlose ausgibt. „Aber in der Küche ist natürlich der Koch der Chef, da halte ich mich zurück.“

„Ich habe ein großes Gottvertrauen, dass sich alles zum Guten wendet“, sagt die evangelisch-lutherische Christin. Ein ähnliches Gottvertrauen habe sie auch oft bei Obdachlosen beobachtet. „Wenn die bei den Weihnachtsfeiern mit voller Inbrunst singen, dann denkt man, man hat alles richtig gemacht“, betont Meinlschmidt.

Üblicherweise fährt sie übrigens mit dem Fahrrad zur Arbeit, was sich angesichts der verhältnismäßig kurzen Strecke von ihrer Wohnung bis zur Alimaus auch weiterhin anbietet.

Text u. Foto: Matthias Schatz