07.12.2022

Noch ein Ehrengast

Der „Pilgerweg des Vertrauens“ nähert sich dem Ziel: Das Taizé-Treffen in Rostock soll 5 000 junge Leute anziehen. Jetzt hat sich ein Ehrengast angesagt: Rostocks Ehrenbürger Joachim Gauck. Auch er hat Taizé-Erfahrung.

Sie werben um Gästebetten: Andreas Markgraf, Leiter der HanseMesse Rostock, Barbara Seiler vom Vorbereitungsteam und Frère Jérémie von der Gemeinschaft aus Taizé. | Foto: Martin Innemann

Rostock (kna/nkz). Prominenter Gast beim Europäischen Taizé-Jugendtreffen um den Jahreswechsel in Rostock: An dem christlichen Event mit bis zu 5 000 Teilnehmern will auch der frühere Bundespräsident Joachim Gauck teilnehmen, wie er in einem Interview der Katholischen Nachrichten- Agentur ankündigte. Teilnehmen wolle er als Ehrenbürger seiner Heimatstadt Rostock, als langjähriger Jugendund Gemeindepastor in der Region und als ehemaliger Bundespräsident, erklärte Gauck. Er komme, „um die Teilnehmenden zu grüßen, um ihnen vielleicht auch etwas über die Zeit zu sagen, als wir es schwer hatten, den Glauben in dieser Region zu leben.“

Gauck wurde 1940 in Rostock geboren. Dort war er von 1967 bis 1989 evangelischer Pfarrer und zeitweise auch in der Jugendseelsorge engagiert. Nach der Wiedervereinigung wurde er als Chef der Behörde für die Unterlagen des DDR-Staatssicherheitsdienstes bundesweit bekannt. In dieser Zeit lernte er bei einem Besuch in Frankreich die christliche Bruderschaft in dem Ort Taizé und deren Gründer Roger Schutz kennen und schätzen, so Gauck in dem Interview.

Zugleich räumte der ehemalige Bundespräsident ein, als junger Theologe und Pastor sei er „sehr weit weg gewesen“ von den in Taizé gefeierten Gottesdiensten bei Kerzenschein und mit eingängigen Gesängen. Das habe sich in seiner Zeit als Gemeindeund Jugendpastor in Rostock jedoch gewandelt. „Da begegneten mir sehr viel jüngere Menschen als ich, die mir begeistert erzählten von Treffen mit Brüdern von Taizé“, sagte Gauck. „Da hat sich ein im Grunde für mich fremdes gottesdienstliches, aber auch meditatives Element in mein Denken und in mein Glaubensleben hinein bewegt. Das war irgendwie unerwartet, hat mich aber bereichert.“

Mit Blick auf die hohe Zahl von Kirchenaustritten äußerte sich Gauck skeptisch zu Erwartungen an das Jugendtreffen, „dass wir aktuelle Absetzbewegungen jetzt durch eine Art Erweckungsrausch stoppen können“. Es gehe bei dem Taizé-Jugendtreffen einfach darum, „dass die suchenden Menschen, die sich dem Glauben geöffnet haben oder auf dem Weg sind, glauben zu wollen, dass sie gestärkt werden, populistischen Verführungen zu widerstehen“.

Don-Bosco-Schule macht Programm für Kinder

Mit 83 Jahren gehört Joachim Gauck eher zu den ältesten Teilnehmern des Treffens, das vor allem junge Erwachsene im Alter von 18 bis 35 Jahren anziehen soll. Aber auch für die Jüngeren, für Kinder und Jugendliche, gibt es ein Programm. Vom 29. bis 31. Dezember organisiert die Katholische Jugend Mecklenburg in der Don-Bosco-Grundschule (Mendelejewstr. 19 a) Workshops für die „Null-bis-Zwölfjährigen“. Es gibt Bewegung, Spiritualität, Kreativität und Musik sowie ein offenes Bastelangebot für Kleinkinder. Die Evangelische Jugend wiederum hat ein Angebot für 13–16-Jährige: Eine kreative Silent-Disco rund um den Taizé-Bauwagen im IGA-Park am 29. und 30. Dezember (15.30 Uhr bis 16 Uhr). Nach den Workshops sind alle herzlich willkommen in der HanseMesse zum Abendessen mit Tausenden jungen Pilgern aus ganz Europa um 17.30 Uhr und zum Abendgebet um 19 Uhr.