27.11.2019

Räumen Sie auf!

Lichterglanz, Kerzenschimmer, voller Terminkalender, Menschenmassen in der Innenstadt und überall Weihnachtslieder. Wie machen wir die Vorweihnachtszeit zum Advent? 
Ein kleiner Adventskurs in sechs Schritten. 

Weihnachtlich beleuchtete Einkaufsstraße
Ist es schon so weit? Adventszeit in der Innenstadt. Foto: Martin Winkler/pixabay

Die Stunde ist gekommen, aufzustehen vom Schlaf.
(Römer 13,11)

1. Machen Sie es sich ungemütlich!

Vorweg: Wenn Ihnen diese Tage zu hektisch werden, keine kuschelige Stimmung aufkommt, haben Sie kein schlechtes Gewissen! In den adventlichen Texten der Bibel ist von Ruhe und Gemütlichkeit nicht die Rede. Es ist die Rede vom Wachbleiben, ­Aufstehen. Die Zeit drängt. „Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt“. „Bereitet dem Herrn den Weg! Was krumm ist, macht gerade  …“ 

Aber fragen Sie sich: Was ist jetzt wirklich wichtig? 

 

Das Volk, das im Dunkeln geht, sieht ein großes Licht.
(Jesaia 9,2)

2. Seien Sie nicht perfekt!

Bis zum Heiligabend muss alles stimmen? Blitzsauberes Haus? Harmonisches Familienleben? Gute Gefühle? Falsch! Die Adventszeit ist da für Menschen, die durch Wüsten gehen, durch tiefe Täler und dunkle Tage. Nicht jeder lebt im Elend.

Aber fragen Sie sich: Wo ist meine dunkelste Stelle? 

 

Nehmt einander an, wie auch Christus euch angekommen hat.
(Römer 15,7) 

3. Sehen Sie die anderen! 

Sie sind in diesen Tagen glücklich, traurig, einsam, gestresst? Mag alles sein. Aber wie geht es den anderen? Advent ist die Zeit, andere Menschen zu sehen und Beziehungen zu heilen. Unter anderem durch Hilfe für die Armen. 

Fragen Sie sich mal: Mit wem möchte ich gerade nichts zu tun haben? Und machen Sie genau diesen Menschen in diesen Tagen eine Freude.

 

Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!
(Matthäus 3,2) 

4. Räumen Sie auf!

Nein, es geht hier nicht um Ihre unordentliche Wohnung (siehe Nr. 2)! Es geht um Ihren vollen Kopf! Wo alles voll ist, passt nichts mehr hinein. Advent ist ursprünglich auch eine Fastenzeit. Man verzichtet auf etwas, schraubt Ansprüche zurück, macht sich frei von äußeren Dingen, um einen inneren Freiraum zu schaffen. 

Fragen Sie sich: Was wird mir zu viel? Was kann ich wegwerfen? 

 

Der Herr wird euch ein Zeichen geben.
(Jesaja 7,13)

5. Hören Sie hin!

Der Advent ist eine Zeit des Gebets. Gebet beginnt nicht mit dem Sprechen, sondern mit dem Hören. Wer betet, macht die Türen und Fenster auf für Gott. Spricht Gott zu mir? Spüre ich, dass er da ist? Ist da einer, der mich anrührt? Mit Gott sprechen kann man in jeder Situation. Um zu beten, brauchen Sie nichts auswendig zu lernen.

Aber nehmen Sie sich zwischendurch eine Minute Zeit. Seien Sie still. Stellen Sie auf Empfang und sagen: Gott, ich bin da! 

 

Macht euer Herz stark, denn die Ankunft des Herrn steht nahe bevor.
(Jakobus 5,8) 

6. Warten Sie ab!“

Blinde sehen, Wüsten blühen auf, Wasser wird zu Land, Feinde schließen Frieden, Lahme springen wie ein Hirsch, ein Kind wird uns geschenkt. Von unglaublichen Dingen ist in den Büchern der Propheten die Rede, wenn der Herr kommt und Gott alles gut macht. Im Advent nehmen Christen ihre ganze Hoffnung zusammen.

Fragen Sie sich: Was wünsche ich mir in diesem Moment am sehnlichsten?

Text: Andreas Hüser