02.10.2019

Sein Herz schlägt für die Ökumene

Vor 60 Jahren wurde Msgr. Wilm Sanders in Rom zum Priester geweiht. Es folgten viele Reisen in die Ewige Stadt – wo er jetzt sein Weihejubiläum feiert.

Msgr. Wilm Sanders

Msgr. Wilm Sanders wurde vor 60 Jahren in Rom zum Priester geweiht. Foto: Marco Heinen

35 Pilger aus den Gemeinden St. Antonius und St. Elisabeth unter der geistlichen Leitung von Pfarrer Franz Mecklenfeld werden den Festtag mit „ihrem“ Ruhestandspriester und Jubilar dort feiern, wo am 10. Oktober vor 60 Jahren Domkapitular em. Msgr. Wilm Sanders zum Priester geweiht worden war: in Rom. Kaum zu zählen sind Wilm Sanders Aufenthalte in der Ewigen Stadt, von denen er auch in seinen Rundbriefen Jahr für Jahr gerne berichtet.

Sanders fand 1959 in Rom seine Berufung: Das Herz des gebürtigen Münsteraners schlug fortan für die Schwestern und Brüder in unseren orthodoxen Schwes­terkirchen in gleicher Intensität wie für unsere refor­matorischen Schwes­terkirchen. „Philoxenia“ heißt der Freundeskreis orthodoxer, evangelischer und katholischer Christen, den der Jubilar sein gesamtes priesterliches Leben hindurch mit Herzblut geleitet hat und so vom Kloster Nütschau aus rote Fäden der ökumenischen Liebe gesponnen hat zu allen Klöster und Kirchen Osteuropas.

Wilm Sanders hat das Leben meiner Familie nachhaltig beeinflusst. Auf Fehmarn feierten meine Eltern vor 60 Jahren ihre evangelische Hochzeit zwei Wochen nach Wilm Sanders Priesterweihe. Nach dem Umzug meiner Eltern nach Kronshagen kam ich als viertes und letztes Kind 1971 zur Welt. Dort war Sanders nach seinen Kaplansstellen in Lingen und Kiel 1970 Pfarrer geworden. Er sagte zur Freude meiner Eltern die katholische Taufe des vierten Kindes zu: So empfing ich am 2. Mai 1971, einen Tag nach Wilm Sanders 36. Geburtstag, in der Kronshagener St. Bonifatius-Kirche die Taufe. Sanders seelsorglicher Begleitung ist es zu verdanken, dass später mein Vater ebenso konvertierte wie auch meine Schwester. Am Tag meiner Priesterweihe, am 10. Mai 1997, standen Wilm Sanders und ich gemeinsam im Kleinen Michel in der Vorabendmesse am Altar – dort, wo meine Mutter 1938 die Taufe empfangen hatte und Wilm Sanders seit 1993 Pfarrer war. 

Sanders war neben seiner Zeit als Pfarrer in Kronshagen katholischer Senderbeauftragter für den Hör- und Sehfunk beim NDR. Unvergessen seine markante kommentierende Stimme, wenn Papstmessen übertragen wurden. Seit 1977 lehrte er als Dozent für Theologie und Pastoral an der Katholischen Akademie Hamburg und prägte diesen Ort kirchlichen Lebens nachhaltig, auch als Geistlicher Rektor. Papst Johannes Paul II. ernannte ihn 1988 zum Ehrenkaplan Seiner Heiligkeit. 1993 wurde Sanders Pfarrer am Kleinen Michel, 1995 Ökumenebeauftragter des Erzbistums Hamburg, 2006 erzbischöflicher Beauftragter für kranke und pensionierte Pries­ter. Erzbischof Werner Thissen ernannte ihn 2006 zum residierenden Domkapitular am St. Marien-Dom.

Seit 2010 wohnt Wilm Sanders im Pfarrhaus der St. Antonius- Kirche als Ruheständler – unermüdlich weiterhin als Seelsorger und Freund der Ökumene im Einsatz. Gottes Segen zum Diamantenen Weihejubiläum!    

Text: Pfr. Felix Evers, Hamburg-Billstedt