19.01.2022

St. Ansgar wieder ausgebremst

Es ist wie im vergangenen Jahr: Das Patronatsfest des Erzbistums kann nicht wie üblich begangen werden. Aber die wichtigsten Feiern finden statt – dazu ein wichtiger Personalwechsel. 

Der heilige Ansgar mit Dom in der bekanntesten Darstellung von Hans Bornemann
Der heilige Ansgar mit Dom in der bekanntesten Darstellung
von Hans Bornemann. Das Bild stand im alten Hamburger Dom
und hängt jetzt in St. Petri, eine Kopie befindet sich im 
Hamburger St. Marien-Dom. 

Die Woche um das Sankt Ansgarfest am 3. Februar ist seit vielen Jahren eine terminreiche Zeit im Kalender. Nicht nur in Hamburg, aber vor allem in dieser Stadt, die lange Stützpunkt und Bischofssitz des Missionars war, gibt es traditionsgemäß eine Reihe von Veranstaltungen. Dabei geht es nicht nur um das Gedenken an den Benediktinermönch, der im 9. Jahrhundert als Begleiter des Dänenkönigs Harald aufbrach, um den unbekannten Norden Europas zu missionieren. 

Das Ansgargedenken der Gegenwart hat eine starke ökumenische Prägung. Als Begegnung von Christen verschiedener Konfessionen in einer Stadt und Region, die zunehmend wieder zum Missionsgebiet wird. Zum „normalen“ Programm gehört etwa die ökumenische Vesper in der Hauptkirche St. Petri, die von der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) am 3. Februar organisiert wird. Am gleichen Tag treffen sich katholische und orthodoxe Geistliche zu einem gemeinsamen Mittagessen. Und die Woche wird abgeschlossen mit einer Vesper, in der die Katholiken im „Michel“ zu Gast sind und als Gastprediger einen katholischen Bischof aus wechselnden Diözesen einladen. 

Ein großes Gewicht hatte auch die katholische Ansgarwoche mit einer großen Veranstaltungsreihe, mit Gottesdiensten, Konzerten, Diskussionsveranstaltungen und Kinderfest. Diese Woche ist in den vergangenen Jahren etwas zusammengeschrumpft. 

Im vergangenen Jahr fiel sie der Coronakrise zum Opfer. Und auch in diesem Jahr sorgen die hohen Coronazahlen dafür, dass von der Ansgarwoche nicht viel übrig bleibt. Ganz abgesagt wurde etwa die Ökumenische Vesper, die Abschlussvesper im Michel, auch das Treffen mit den orthodoxen Geistlichen. 

Trotz aller Einschränkungen fällt aber auch in diesem Jahr das Fest nicht aus. Der traditionelle Bischofsgottesdienst am Sonntag vor dem Ansgartag findet am 30. Januar um 10 Uhr im St. Marien­-Dom statt. Die Teilnahme ist unter den aktuellen Hygiene-Bestimmungen möglich (Informationen im Internet www.mariendomhamburg.de)

Hirtenwort, Abschied und Jubiläen

Am 2. Februar steht ein wichtiges bistumsinternes Ereignis auf dem Plan. Um 11 Uhr wird ein neuer Generalvikar eingeführt. Pater Sascha-Phillipp Geißler, bisher Pfarrer der Hamburger Pfarrei Seliger Johannes Prassek, folgt auf Ansgar Thim, der seit 2013 zweiter Mann im Bistum und Chef der kirchlichen Verwaltung war. Am 3. Februar, dem eigentlichen Gedenktag des Bistumspatrons, wird Erzbischof Stefan Heße in einem Gottesdienst (8.30 Uhr) im St. Marien-Dom den neuen Generalvikar einführen und den alten verabschieden. 

An diesem Tag feiern vier Pries­ter des Erzbistums Hamburg ihr diamantenes Priesterjubiläum: der ehemalige Dompfarrer, Ehrendomherr Georg von Oppenkowski, und die Priester im Ruhestand Gerhard Kaesbach, Heinrich Stenzaly und Alfons Wichmann wurden am Ansgartag 1962 zu Priestern geweiht. 

Anlässlich des Patronatsfestes wird Erzbischof Stefan Heße ein Hirtenwort veröffentlichen – auch das hat seit einigen Jahren Tradition. Der Erzbischof wird darin auf die vielen Gespräche eingehen, die er nach seiner Rückkehr im September mit zahlreichen Gruppen und einzelnen Personen geführt hat. Das Hirtenwort soll in den Sonntagsgottesdiensten am 6. Februar verlesen werden. 

Text: Andreas Hüser