11.11.2020

Startsignal für eine neue Zeit

Generalvikar Ansgar Thim stellt die Pläne für den Neubau der Sophienschule vor. Bei den Kosten von 17 Millionen Euro bekommt das Erzbistum Unterstützung von der Familie Franke. 2024 ist die Eröffnung vorgesehen. 

Außenansicht des geplanten Neubaus der Sophienschule in Hamburg-Barmbek

Die Klinkerflächen des Neubaus korrespondieren mit dem Material der denkmalgeschützten Fassade der St. Sophienkirche. Grafik: Bieling Architekten

„Wir wollen unser Schulsystem nicht nur weiterführen, sondern neu aufstellen. Und mit der Sophienschule wird hier ein schöner Anfang gemacht“, freut sich Generalvikar Ansgar Thim bei der Vorstellung der Pläne für den Neubau der Unterrichtsgebäude an der Barmbeker Elsastraße. Wichtig sei dem Erzbistum bei dem Projekt gewesen, dass so ein Ensemble gewahrt werde, das über die Schule und Kita hinaus die Kirche St. Sophien und das Dominikanerkloster umfasse. Möglich wird der Neubau, der rund 17 Millionen Euro kostet, auch durch die finanzielle Unterstützung der Unternehmerfamilie Franke, die in Barmbek lebt. Diese Kooperation zwischen Kirche, privatem Mäzen sowie vielen weiteren Unterstützern ist im besten Sinne des Wortes Zukunft stiftend“, ergänzte Thim. 

„Schule und Kirche sollten in einen Dialog gebracht werden“, beschrieb denn auch Thomas Bieling, dessen Büro die Pläne entwarf, seine Aufgabe. So wird der Neubau, in den im August 2024 die dreizügige Grundschule sowie eine Kita einziehen sollen, wie die Kirche mit einer Klinkerfassade versehen. Sein Flachdach befinde sich zudem genau auf der Traufhöhe der Kirche. Oberhalb der Traufhöhe setzt das Dach des Gotteshauses an.

„Selten fiel die Entscheidung für den Siegerentwurf so einfach aus“, sagte Andreas Franke als Vertreter seiner Familie. „Es ist der praktischste, der gefälligste, der schönste und zudem der günstigste Entwurf.“ Seine Familie sei froh, „in einer an vielen Stellen undurchsichtigen Welt“ mit ihrer Spende etwas ausrichten zu können „für eine Sache, die gut und wichtig ist“. Schulleiterin Birgit Wangrau-Müller dankte der Familie mit den Worten: „Hätte es Sie nicht gegeben, würde es uns nicht mehr geben.“ 

Der Gebäudekomplex wird  lichtdurchflutet sein, selbst noch  in der Aula und der Mensa im Erdgeschoss. Daneben ist eine Sporthalle vorgesehen, die zur Hälfte im Untergeschoss liegt. In den beiden Obergeschossen gruppieren sich Lernräume um einen Zugangsbereich mit Treppenhaus. Der Pausenhof wird durch große Fens­terelemente in das schulische Leben einbezogen. Alle Klassenzüge verfügen künftig über zuschaltbare Gruppen- und Differenzierungsräume. 

Als verbindendes Element in den Obergeschossen ist eine Öffnung zu einer Gartenterrasse vorgesehen, die Architekt Bieling als „Herzstück“ der Anlage bezeichnet. Sie kann wahlweise als Schulgarten oder grünes Klassenzimmer genutzt werden. Zusätzliches Highlight ist der angrenzende Raum der Stille. 

Die in das Erdgeschoss integrierte Kindertagesstätte mit zwei Krippen- und zwei Elementargruppen erhält im rückwärtigen Areal des Schulhofes einen eigenen Außenbereich.

Gebäude wird moderner Didaktik gerecht

Christopher Haep, Leiter der Abteilung Schule und Hochschule des Erzbistums Hamburg, hebt hervor, dass der Neubau auch „ein herausragendes Entwicklungspotenzial für junge Menschen“ biete. „Unser Anspruch war es, multifunktionale Räume und Flächen zu schaffen, die dem Anspruch moderner Pädagogik und Didaktik gerecht werden und Synergieeffekte im Unterrichts- und Ganztagsbereich ermöglichen.“ 

Das Einzugsgebiet der derzeit noch zweizügigen Grundschule mit rund 280 Kindern aus 30 Nationen erstreckt sich im Wesentlichen auf die Stadtteile Barmbek, Steilshoop und Bramfeld. Nachdem die schulischen Gremien und die Behörden informiert sind, soll noch in diesem Jahr die Beauftragung des Architekten sowie der Fachplaner erfolgen. Das Erzbistum Hamburg hofft, dass der Baubeginn für die neue Sophienschule im Herbst 2022 und die Fertigstellung im Sommer 2024 erfolgen kann. Während der Neubauphase werden die Grundschule und die Kindertagesstätte in die etwa zwei Kilometer entfernt liegende katholische Franz-von-Assisi-Schule umziehen. 

 Text: Matthias Schatz