01.07.2020

Studie bezieht Betroffene ein

In die Aufarbeitung der Fälle sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche Mecklenburgs sollen jetzt Betroffene einbezogen werden. Die vom Bistum beauftragten Forscher der Universität Ulm laden diese zu Interviews oder Fragebogen ein. Die Betroffenen, die sich im Vorfeld gemeldet hatten, werden per Brief zur Teilnahme aufgefordert. Ziel der Studie ist, „die individuellen Erfahrungen der Betroffenen sichtbar zu machen“. Darüber hinaus sollten Rahmenbedingungen erfasst „und Einflussmöglichkeiten auf Maßnahmen zur Aufdeckung der Tat, zur Bestrafung der Täter und zur Prävention untersucht werden“. In Interview und Fragebogen sollen unter anderem Angaben zur Tat und zu den Folgen für die Betroffenen gemacht werden. Eine Studie der Deutschen Bischofskonferenz hatte im mecklenburgischen Teil des Erzbistums Hamburg besonders viele Fälle von sexuellem Missbrauch registriert. Demnach sind 17 Priester bekannt, die Missbrauchshandlungen an 54 Kindern und Jugendlichen verübt haben sollen. Einer der Hauptverdächtigen ist der 1979 verstorbene Priester Hermann-Josef Timmerbeil, der die Pfarrei Neubrandenburg zwischen 1946 und 1975 leitete.

Text: kna