22.05.2019

Was wir von Äthiopien lernen können

Eine Million Flüchtlinge aus anderen Ländern, dazu drei Millionen, die wegen gewaltsamer Konflikte im Inland Schutz suchen. Äthiopien ist eines der größten Aufnahmeländer von Flüchtlingen. Erzbischof Stefan Heße ist dorthin gereist. 

rzbischof Heße trifft die äthiopische Ministerin für Entwicklung und Planung, Fitsum Assefa Adela
Erzbischof Heße trifft die äthiopische Ministerin für Entwicklung und Planung, Fitsum Assefa Adela. | Foto: Deutsche Bischofskonferenz/Jörn Neumann

„Ich reise nach Äthiopien um zu lernen“, sagte Erzbischof Heße vor dem Abflug. In jedem Jahr reist der Flüchtlingsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz in ein anderes Land, das von Vertreibung und Flucht geprägt ist. In diesem Jahr informierte sich der Hamburger Erzbischof vier Tage lang über die Lage im Nordosten Afrikas. 

„Mit etwa einer Million Flüchtlingen ist Äthiopien das zweitwichtigste Aufnahmeland Afrikas. Hinzu kommen etwa drei Millionen Äthiopier, die infolge von Konflikten innerhalb ihres eigenen Landes Schutz suchen. Wie bewältigt eine Gesellschaft die Herausforderungen von Flucht und Migration, gerade unter widrigen Bedingungen?“ 

Außerdem sieht Stefan Heße den Besuch als Zeichen der Solidarität „mit all jenen, die in dem ostafrikanischen Land Schutz suchen, und mit all jenen, die ihnen zur Seite stehen“. Im Zentrum der Reise stand die Begegnung mit Geflüchteten, zum Beispiel in Nordäthiopien in einem Lager für eritreische Flüchtlinge, in der Region Gambella mit Geflüchteten aus dem Südsudan. 

Solidarität zeigen mit Flüchtlingen und Helfern

Auf dem Reiseprogramm standen ferner Gespräche mit wichtigen Personen aus Kirche und Politik: mit dem Erzbischof von Addis Abeba, Kardinal Berhaneyesus Demerew Souraphiel, dem äthiopisch-katholischen Bischof Bahir Dar-Dessie, Priestern und Ordensleuten der Jesuiten und Salesianer, die in Äthiopien tätig sind und Vertretern deutscher und internationaler Hilfsorganisationen. In vielen Dingen gilt das arme Land Äthiopien als vorbildlich. Als eines der ersten Länder weltweit implementiert Äthiopien den sogenannten „Umfassenden Rahmenplan für Flüchtlingshilfemaßnahmen“ (CRRF), einen zentralen Bestandteil des Globalen Flüchtlingspakts, der im Dezember 2018 von der UN-Generalversammlung angenommen wurde. Obgleich Katholiken in Äthiopien eine kleine Minderheit sind, leisten katholische Initiativen einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Situation von Flüchtlingen.

Text: Andreas Hüser