01.06.2022

Zwanglos in der Schwabenmetropole

Ein Katholikentag ist ein Ereignis, in dem sich die Vielfalt der katholischen Kirche in ganz Deutschland zeigt. Und immer dabei: das Erzbistum Hamburg. Der Norden präsentierte sich mit Beispielen für Seelsorge der Zukunft.

Gute Laune am Stand des Erzistums Hamburg in Stuttgart. Weihbischof Horst Eberlein hatte viele Hände zu schütteln. | Foto: Ralf Adloff

Es muss nicht immer Fischbrötchen sein. Das Erzbistum Hamburg präsentierte sich auf dem Katholikentag nicht mit Seen und Hafenstimmung. Im Vordergrund standen Zukunftsprojekte, mit denen der Norden sich sehen lassen kann – sei es das Jugendhaus des Klosters Nütschau, das Kieler Nachbarschaftsprojekt oder „Franziskanisch unterwegs“. Der Franziskanerpater Gabriel Zörnig, der in Norden mit einem Wohnmobil von Ort zu Ort fährt, hatte dazu seine Route verlassen und die Schwabenmetropole angesteuert. „Unsere Buttons mit Schlagworten des Pastoralen Orientierungsrahmens waren ein guter Anküpfungspunkt für Gespräche“, sagt Claus Everdiking, der Chef des Bistumsstandes.

Auf diesen Plaketten standen neben dem Lebensbaum des Erneuerungsprozesses nur einzelne Worte wie „aufbrechend“, „gottnah“ oder „vernetzend“.

Ein Kreis auskunftsfähiger Nordkatholiken, darunter Weihbischof Horst Eberlein und Schwester Gudrun Steiß, freute sich über das Interesse und über intensive Gespräche. Die Stimmung? Eher ernst als ausgelassen. Die Sorge um die Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland war auch in Stuttgart spürbar.

Leute treffen, die man lange nicht sah

Aber man merkte auch die Erleichterung über die neue Freiheit nach Corona: „Viele waren froh, dass sie sich wieder normal begegnen und umarmen konnten. Dass man Leute wiedergetroffen hat, die man lange nicht gesehen hatte.“ Denn Treffpunkt für aktive Katholiken ist der Katholikentag immer noch – trotz geringerer Teilnehmerzahlen als noch in Münster 2019, damals mit 90 000 Teilnehmern.

Wenn man schon in Schwaben ist: Spätzle- und Maultaschen durften nicht fehlen. Für Claus Everdiking war die Martins-Vesper am Samstag ein besonderes Erlebnis. Es gab regionale Spezialitäten, die nach dem Vorbild des heiligen Martin geteilt wurden. Sankt Martin im Mai? „Ja, derheilige Martin ist der Patron des gastgebenden Bistums Rottenburg-Stuttgart. 80 Kirchen Württembergs tragen seinen Namen.

Autor: Andreas Hüser