06.04.2022

Ordensbrüder bereiten Europäisches Jugendtreffen in Rostock vor

Zwei Kundschafter aus Taizé

Noch gut 250 Tage bis zum Europäischen Taizé-Jugendtreffen in Rostock. Es gibt viel vorzubereiten. Zwei Brüder aus dem französischen Kloster haben sich schon einmal in Stadt und Land umgesehen – und wichtige Kontakte geknüpft. 

Die Taizé-Brüder Timothée und Bernard betrachten das mittelalterliche Stadtmodell hinter der Marienkirche
Erkundung in Rostock. Die Taizé-Brüder Timothée und Bernard betrachten das mittelalterliche Stadtmodell hinter der Marienkirche. Foto: Martin Innemann

Das Europäische Jugendtreffen der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé soll zum Jahreswechsel in Rostock und Umgebung stattfinden. Das erfordert eine gute Vorbereitung. Jetzt waren zwei Brüder aus Taizé, Frère Timothée und Frère Bernard, in Rostock, um die Veranstaltung vorzubereiten. Dazu gehörten Absprachen mit den Kommunen rund um die Hansestadt, den Verkehrsbetrieben oder der Hanse Messe, dazu gehörten aber auch das Kennenlernen in den Kirchengemeinden oder bei Partnern der Veranstaltung.

Man kennt die Brüder von Taizé in ihren weißen, schlichten Gewändern. So treten sie in den Gottesdiensten ihrer Kirche im französischen Burgund auf –meist im Kreis von Hunderten jugendlicher Gäste aus der ganzen Welt. Bei ihrem Besuch in Mecklenburg aber hatten sich die Ordensmänner ostseetauglich gewandet: mit wetterfesten Anoraks und Pullovern. 

Suche nach Gastfamilien und viele Logistikfragen

Das Besuchsprogramm für die erste Woche ist gut gefüllt für die beiden Taizébrüder, dennoch merkt man ihnen den Besuchsmarathon nicht an. Immer wieder erklärten sie, was Taizé eigentlich ist: ein kleiner Ort in Südostfrank­reich, eine Gebetsgemeinschaft, zu der sich Jugendliche und junge Erwachsene hingezogen fühlen, eine Veranstaltungsidee, die Europa an den verschiedensten Orten zusammenbringt. „Die Suche im Glauben und nach Engagement in der Gesellschaft ist gerade auch dort an den Orten wichtig, wo wir leben, arbeiten, studieren und zur Schule gehen“, brachte es Frère Timothée auf den Punkt. Es sei der Versuch, die Erfahrungen, die jungen Menschen bei der Gemeinschaft in Taizé machten, in den Realitäten zu Hause zu verorten.

Kern der Gemeinschaft ist das gemeinsame Gebet, gern auch im Gesang oder in Meditation. „Beten kann uns einerseits dafür öffnen, dass das Leben immer noch mehr ist als das, was gerade an Aufgaben und Verantwortlichkeiten vor einem ist. Und dass das Leben etwas ist, was mich übersteigt, was ich nicht gemacht habe, sondern geschenkt bekommen habe, um etwas daraus zu machen. Darüber darf ich mich freuen und staunen und darf mir die Gelassenheit geben, die Herausforderungen des Alltags mutig und hoffungsvoll anzugehen“, sagte der 39-Jährige.

Frère Bernard hat die Gemeinschaft von Taizé als Jugendlicher kennengelernt und sich dann für ein Leben mit und in ihr entschieden. „Da, wo wir für andere etwas tun, ohne zu schauen, welchen Nutzen haben ich davon, da kommt so viel an Bestätigung und Freude zurück. Wenn diese Erfahrung viele machen können, hat das ein Strahlkraft und kann Früchte tragen und die Menschen auf lange Zeit begleiten“, sagte der 53-Jährige. Auch die Vorbereitungszeit auf das Jugendtreffen hin könne so eine Erfahrung sein.

Weitere Besuche in Rostock und Umgebung haben die beiden Brüder bereits geplant, bevor die Vorbereitungen Realität werden können. Gastgeber vor Ort müssen gefunden werden, Gastfamilien sollen Jugendliche aufnehmen, Logistikfragen müssen geklärt werden – es gibt noch viel zu tun, aber die Brüder von Taizé bringen dafür die nötige Erfahrung mit. Immerhin findet das Europäische Jugendtreffen dann zum 45. Mal statt. www.taizerostock.de

Text u. Foto: Martin Innemann